Zahlreiche neue Aktivitäten wollen es auch der Wirtschaft ermöglichen, zur Erreichung der Sustainable Development Goals (SDG) beizutragen.

Diese Nachhaltigen Entwicklungsziele wurden 2015 im Rahmen der Vereinten Nationen verabschiedet. Sie ersetzen die Milleniums-Entwicklungsziele und traten mit 01.06.2016 bis 2030 in Kraft. Sie heißen daher auch manchmal „Agenda 2030“. Im Fokus stehen alle Staaten, nicht mehr nur Entwicklungsländer. Politik und Zivilgesellschaft, Unternehmen und jede/-r Einzelne sind aufgerufen, einen Beitrag zu leisten.

Jedes der 17 Ziele wird von Unter-Zielen begleitet – insgesamt sind es 169.

  1. Armut in jeder Form und überall beenden
  2. Den Hunger beenden, Ernährungssicherheit und eine bessere Ernährung erreichen und eine nachhaltige Landwirtschaft fördern
  3. Ein gesundes Leben für alle Menschen jeden Alters gewährleisten und ihr Wohlergehen fördern
  4. Inklusive, gerechte und hochwertige Bildung gewährleisten und Möglichkeiten des lebenslangen Lernens für alle fördern
  5. Geschlechtergerechtigkeit und Selbstbestimmung für alle Frauen und Mädchen erreichen
  6. Verfügbarkeit und nachhaltige Bewirtschaftung von Wasser und Sanitärversorgung für alle gewährleisten
  7. Zugang zu bezahlbarer, verlässlicher, nachhaltiger und zeitgemäßer Energie für alle sichern
  8. Dauerhaftes, inklusives und nachhaltiges Wirtschaftswachstum, produktive Vollbeschäftigung und menschenwürdige Arbeit für alle fördern
  9. Eine belastbare Infrastruktur aufbauen, inklusive und nachhaltige Industrialisierung fördern und Innovationen unterstützen
  10. Ungleichheit innerhalb von und zwischen Staaten verringern
  11. Städte und Siedlungen inklusiv, sicher, widerstandsfähig und nachhaltig machen
  12. Für nachhaltige Konsum- und Produktionsmuster sorgen
  13. Umgehend Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und seiner Auswirkungen ergreifen – (in Anerkennung der Tatsache, dass die UNFCCC das zentrale internationale, zwischen-staatliche Forum zur Verhandlung der globalen Reaktion auf den Klimawandel ist)
  14. Ozeane, Meere und Meeresressourcen im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung erhalten und nachhaltig nutzen
  15. Landökosysteme schützen, wiederherstellen und ihre nachhaltige Nutzung fördern, Wälder nachhaltig bewirtschaften, Wüstenbildung bekämpfen, Bodenverschlechterung stoppen und umkehren und den Biodiversitätsverlust stoppen
  16. Friedliche und inklusive Gesellschaften im Sinne einer nachhaltigen Entwicklung fördern, allen Menschen Zugang zur Justiz ermöglichen und effektive, rechenschaftspflichtige und inklusive Institutionen auf allen Ebenen aufbauen
  17. Umsetzungsmittel stärken und die globale Partnerschaft für nachhaltige Entwicklung wiederbeleben.

Von den 169 Unter-Zielen gibt es zwei Varianten: 107 inhaltliche Ziele, die mit arabischen Ziffern gekennzeichnet sind, sowie 62 Umsetzungs-Maßnahmen (Means of Implementation) mit Buchstaben; damit werden meist finanzielle oder institutionelle Strukturen beschrieben. Sub-Ziel 12.6 lautet beispielsweise: „Unternehmen – vor allem große und trans-nationale – ermutigen, Nachhaltigkeits-Reporting-Praktiken anzunehmen und Nachhaltigkeits-Informationen in ihren Reporting-Zyklus zu integrieren.“ Hingegen ist 12.a: „Entwicklungsländer unterstützen, ihre wissenschaftlichen und technologischen Kapazitäten zu stärken, um hin zu nachhaltigeren Konsum- und Produktionsmustern zu gelangen.“

Die 193 UN-Mitgliedsstaaten sind verpflichtet, die 169 globalen Zielvorgaben der Agenda 2030 national umzusetzen. Bertelsmann und die Vereinten Nationen wollen mit dem Bericht „SDG Index & Dashboards“ Länder dabei unterstützen, Aktionen zu den SDG zu setzen. Länderrankings und Dashboards in Ampelfarben (grün, gelb, rot) zeigen, inwieweit die Staaten die SDG bereits erreichen und wo die größten Handlungsbedarfe bestehen. In Österreich wurden alle Bundesministerien mit dem Ministerratsbeschluss vom 12.01.2016 mit der Umsetzung beauftragt, federführend sind das Bundeskanzleramt und das Bundesministerium für Europa, Integration und Äußeres.

International und lokal engagiert sich auch das UN Global Compact Netzwerk. Eine Reihe von Instrumenten für Unternehmen entstanden, etwa der SDG Compass (in Kooperation mit der Global Reporting Initaitive), der Anregungen zur Umsetzung der Nachhaltigen Entwicklungsziele bietet. In Österreich gründete respACT als nationaler Kontaktpunkt des UN Global Compact eine Arbeitsgruppe und organisiert regelmäßig Veranstaltungen zu den SDG.

Zusätzlich nominierte das lokale UN Global Compact Netzwerk fünf österreichische Unternehmen bei der Local SDG Pioneers Campaign der Vereinten Nationen: Ashoka, atempo, TRIGOS-2016-Gewinner Gugler, Pessl Instruments und whatchado. Ihre innovativen Geschäftsideen tragen dazu bei, den SDG-Zielen näher zu kommen. Im Juni 2016 wurden die internationalen SDG Pioneers gewählt.

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