Das französische Forschungsinstitut Novethic veröffentlichte eine Studie zu nachhaltigen Anlagestrategien (Berücksichtigung der ESG-Kriterien Umwelt, Soziales, Corporate Governance) von Asset Ownern, die über Socially Responsible Investment (SRI) Policies verfügen. Dafür wurden 115 Asset Owners (v.a. Versicherungsunternehmen und Pensionsfonds) aus elf Ländern befragt. Sie verwalteten insgesamt EUR 4.470 Milliarden. 43 Prozent der Befragten 2012 wollen einen allgemeinen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung leisten (2011: 51 Prozent), 30 Prozent erkennen darin eine Chance für das langfristige Risiko-Management (2011: 25 Prozent). 17 Prozent der Asset Owner (2011: 19 Prozent) nehmen die Berücksichtigung der ESG-Kriterien als Möglichkeit wahr, ihre Reputation zu schützen, 9 Prozent wollen dadurch ihre finanzielle Performance steigern (2011: 7 Prozent).

Stakeholder-Forderungen sind für die wenigsten Asset Owner ein Grund für SRI. Beinahe ein Drittel gab an, dass niemals externe Stakeholder die Implementierung einer nachhaltigen Investmentpolitik gefordert hätten. Demgegenüber wurden spezifische Kunden- und Kundinnenanforderungen von fast der Hälfte der Befragten als Treiber angesehen, gefolgt von NGO (17 Prozent) sowie Gesetzgeber/-innen (16 Prozent). Dahinter rangieren Anteilsinhaber/-innen oder deren Repräsentanten/-innen sowie Gewerkschaften (je 7 Prozent). 47 Prozent sahen in der Finanzkrise keinen Grund für die Integration von ESG-Kriterien, 10 Prozent sahen darin ein Hindernis. Für die restlichen 43 Prozent war sie ein Grund, die ESG-Kriterien (noch stärker) zu berücksichtigen. Die UN-Principles for Responsible Investment (PRI) wurden von 43 Prozent der Befragten unterschrieben, 7 Prozent planen diesen Schritt, weitere 50 Prozent unterzeichnen die PRI nicht. Hier zeigen sich regionale Unterschiede: im Norden Europas gibt es fast 80 Prozent PRI-Unterzeichner/-innen unter den Befragten, in Deutschland, Frankreich oder Spanien liegt ihr Anteil bei 20 Prozent.

Eine formalisierte nachhaltige Investment-Politik haben 61 Prozent der Asset Owner (2011: 42 Prozent), 19 Prozent planen diese (2011: 18 Prozent), 20 Prozent haben derzeit noch keine (2011: 36 Prozent). Bei der Auswahl ihrer Investments setzen 57 Prozent (2011: 41 Prozent) auf normenbasierte Ausschlusskriterien, gefolgt von Shareholder Engagement (54 Prozent 2012 vs. 36 Prozent 2011) sowie sektor-basierte Ausschlüsse, die etwa das Investment in Waffenhersteller/-innen untersagen (2012 und 2011 je 46 Prozent). Best-in-Class wird von 37 Prozent genutzt (2011: 24 Prozent), auf die ESG-Integration setzen 27 Prozent (2011: 37 Prozent). 10 Prozent aller Befragten gaben an, keinen dieser Ansätze anzuwenden.

Wichtigste Ausschlussgründe waren kontroversielle Waffen (72 Prozent), Menschenrechtsverletzungen (53 Prozent), Verletzungen der Mitarbeiter/-innenrechte (47 Prozent), große Umweltschäden (45 Prozent) sowie Korruption (43 Prozent). Weitere Gründe sowie eine Auswertung nach untersuchten Ländern zeigt die kostenfreie Vollversion der Studie.

Weiterführende Informationen:
ESG Strategies of Asset Owners