Am 14.11.2016 wurden auf Initiative von ORF und dem Bundesministerium für Land- und Forstwirtschaft, Umwelt und Wasserwirtschaft die besten Klimaschutzprojekte Österreichs gekürt.

logo-klimaschutzpreisIn den fünf Kategorien gewannen jene Projekte, die Jury und Publikum gleichermaßen überzeugten: Die Fachjury wählte 16 Projekte aus, die in der zweiten Runde von den ORF-Zusehern/-innen und Hoerer/-innen bewertet wurden. Mehr als 33.000 Personen gaben ihre gültige Stimme via Telefon, Website oder Facebook ab.

Der Labonca Biohof im steirischen Burgau siegte in der Kategorie Landwirtschaft. Hier leben in Freilandhaltung 500 Schweine, Hühner und die vom Aussterben bedrohten Ennstaler Bergscheckenrinder. Die Schlachtung erfolgt möglichst angstfrei im eigenen Weideschlachthaus. Strom liefert großteils die eigene Photovoltaikanlage, bei Bedarf kaufen die Landwirte Ökostrom zu. Verarbeitet wird das Fleisch teilweise vor Ort, es wird direkt vertrieben oder an Gastronomie und Hotellerie verkauft. Auch die Lieferung erfolgt mittels Mehrweg-Isolierboxen mit wassergefüllten Kühl-Akkus. Diese liefert die Post CO2-neutral und bringt sie auch zurück zum Hof.

Unter den Betrieben setzte sich die VBV-Vorsorgekasse durch. Sie beschäftigte sich intensiv mit den Auswirkungen des Klimawandels aus ihren Geschäftszweig und erkannte, dass der Ausstieg aus dem Geschäft mit fossilen Brennstoffen notwendig ist. Sie will damit zur Dekarbonisierung beitragen. Auch wird der CO2-Fußabdruck aller Veranlagungen jährlich gemessen. Nach der Ergebnis-Analyse beschloss die VBV, nicht mehr in Unternehmen zu investieren, deren Einnahmen zu mehr als 5 Prozent aus dem Kohleabbau stammen. Im eigenen Wirkungsbereich setzt die VBV auf energieeffiziente IT, ein bezahltes Jobticket für öffentliche Verkehrsmittel oder interne Umwelt-Informationskampagnen.

Die Kategorie Tägliches Leben gewann die oekostrom AG mit ihrem Mini-Kraftwerk simon. Damit können erstmals auch Mehrfamilienhaus-Bewohner/-innen, die keine eigene Dachfläche haben oder öfters den Wohnort wechseln, ihren eigenen Strom erzeugen. simon, das 240cm hohe und 70cm breite Photovoltaikpaneel wird in Österreich erzeugt. Zur Inbetriebnahme wird es über die Steckdose mit dem Hausnetz verbunden. Wer übersiedelt zieht den Stecker und nimmt simon mit. Dieses Mini-Kraftwerk liefert genügend Strom für ein tägliches Mittagessen für zwei, eine Ladung Wäsche waschen oder 35 Tassen Kaffee. Damit senkt simon die Stromrechnung, treibt die Energiewende voran und führt zu mehr Selbstbestimmung in der Energieversorgung.

Im niederösterreichischen Großriedenthal steht mit dem Lösshof der Kategorie Gemeinden & Regionen. Energieberater Christoph Mehofer revitalisierte das Gebäude im Ortszentrum: Aus der großen Wirtschaftseinheit wurden, unter Beachtung hoher ökologischer Standards, flexibel nutzbare Wohneinheiten, ein Gästehaus und ein Wirtshaus. Ein eigenes Nahwärmenetz versorgt auch einige umliegende Gebäude mit Wärme aus Hackschnitzeln, drei Photovoltaikanlagen liefern Strom. Die Bewohner/-innen erledigen viele Wege zu Fuß, mit E-Bikes mit Anhängern, einem Elektro-Klein-LKW und einem Elektroauto.

Bei der letzten Kategorie, “Unternehmen Energiewende” zählte nur die Meinung der Jury. hali betriebs gmbh aus dem oberösterreichischen Eferding überzeugte sie. Die Motivation der Eigentümer ist “Wir tun’s für den Planeten”. Deshalb ist das Unternehmen Mitglied im klimaaktiv pakt2020 und will das nachhaltigste und klimafreundlichste Unternehmen in seiner Branche.