Newsletter 09/2010
- Standards & Richtlinien
- Rankings & Preise
- Studien
- ISO 26000 angenommen
- Neues EU-Bio-Logo
- UNGC veröffentlicht neues Management-Modell
- Österreichisches Umweltzeichen für Green Meetings
- IIRC soll Faktor Nachhaltigkeit in Berichterstattung stärken
- GRI bittet um Feedback zu neuen Sector Supplements
- Neue Kooperation für Kohlenstoff-Berichterstattung
- WWF Toolbox rings um Papier
- Human Rights Impact Assessments untersucht
- Good Practice Note zu Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht
- Österreichs beste Arbeitgeber 2011 gesucht
- ÖGUT-Umweltpreis ausgeschrieben
- Public Eye Award: “Gewinner” stehen fest
- Österreichische Ruban d’Honneur-Träger 2010 stehen fest
- Familienfreundlichste Betriebe ausgezeichnet
- Dow Jones Sustainability World Index überarbeitet
- UN Global Compact Studie: CEOs bekennen sich zur Nachhaltigkeit
- Studie untersucht Initiativen zur Geschlechter-Gleichstellung
- Kritischer Blick auf OECD-Guidelines erschienen
- Untersuchung: Wie wirkt CSR über die Unternehmen hinaus?
Standards & Richtlinien
ISO 26000 angenommen
93 Prozent Zustimmung erhielt der finale Draft von ISO 26000. Details der Abstimmung finden Sie hier. An diesem Standard arbeiteten in den letzten fünf Jahren Experten aus rund 100 Ländern, die finale Version soll laut österreichischem Normungsinstitut im Dezember 2010 veröffentlicht werden.
Neues EU-Bio-Logo
Seit Juli 2010 kennzeichnet ein grünes Blatt mit zwölf Sternen verpackte Bio-Lebensmittel in der EU. Im jeweiligen Produkt müssen 95 Prozent aller Inhaltsstoffe landwirtschaftlicher Herkunft aus biologisch produzierenden Betrieben stammen. Das bisherige, freiwillige Bio-Kennzeichen, eine grüne Ähre auf blauem Grund mit EU-Sternen, wird dadurch abgelöst. Weiter verwendet werden können bekannte Bio-Siegel wie z.B. das AMA-Öko-Siegel. Hier gelangen Sie zu den detaillierten Informationen der Europäischen Kommission: http://ec.europa.eu/agriculture/organic/consumer-confidence/logo-labelling_de.
UNGC veröffentlicht neues Management-Modell
Ein neues Management-Modell soll Unterzeichner des UN Global Compact unterstützen. Vor allem jene, die erst am Beginn ihres Engagement stehen, sollen dadurch ihre Tätigkeiten und Strategien leichter mit den Inhalten der 10 Prinzipien in Einklang bringen können. Erfahreneren Unternehmen werden ausgewählte Leadership Practices aufgezeigt. Insgesamt umfasst dieses Tool sechs Management-Schritte: commit, assess, define, implement, measure und communicate. Das entsprechende Dokument finden Sie hier: http://www.unglobalcompact.org/docs/news_events/9.1_news_archives/2010_06_17/UN_Global_Compact_Management_Model.pdf
Österreichisches Umweltzeichen für Green Meetings
Veranstalter können ihr Umweltbewusstsein durch das Österreichische Umweltzeichen für Green Meetings demonstrieren. Mit Hilfe eines Kriterienkatalogs wird überprüft, ob die Veranstaltung (Kategorien: Kongresse/Tagungen, Firmentagungen, Messen/Ausstellungen, Seminare) Vorgaben etwa in den Bereichen Angebote zu umweltverträglicher Anreise oder umweltfreundliche Beschaffung, Material- und Abfallmanagement erfüllt.
Zudem muss der Veranstalter selbst seine Kompetenz in nachhaltiger Büroführung belegen. Wer sich für eine Lizenz interessiert, kann das Umweltzeichen-Team des Vereins für Konsumenteninformation per E-mail an umweltzeichen@vki.at kontaktieren. Die Gebühren sind nach Umsatz gestaffelt und bewegen sich von EUR 350,00 bis EUR 2.200,00. Verliehen wird das Umweltzeichen durch das Lebensministerium. Zusätzliche Informationen und Downloads stehen unter www.umweltzeichen.at zur Verfügung.
IIRC soll Faktor Nachhaltigkeit in Berichterstattung stärken
Kürzlich wurde das International Integrated Reporting Committee (IIRC) ins Leben gerufen. Dahinter stehen:
Diese Initiative will Jahresabschlüsse transparenter machen und dem Faktor Nachhaltigkeit mehr Bedeutung beimessen. Sie wird vom US-Bilanzregelsetzer FASB und dessen europäischem Pendant IASB unterstützt. Daher ist es wahrscheinlich, dass die heuer ausgearbeiteten Maßnahmen, die 2011 den Regierungen der G20-Staaten vorgeschlagen werden sollen, tatsächlich in künftige Regelwerke einfließen werden. Hier der Link zur Initiative: www.integratedreporting.org.
GRI bittet um Feedback zu neuen Sector Supplements
Laufend erweitert die Global Reporting Initiative (GRI) ihre branchenspezifischen Zusätze für die Reporting-Richtlinien. Derzeit bittet sie Unternehmen, NGOs und weitere Stakeholder um Kommentare zum Mediensektor-Dokument und zum Supplement für Flughafen-Betreiber. Die komplette Liste aller Sector Supplements (finale Versionen, Entwürfe, Pilotversionen) finden Sie auf der GRI-Website: http://www.globalreporting.org/ReportingFramework/SectorSupplements/.
Neue Kooperation für Kohlenstoff-Berichterstattung
Die Global Reporting Initiative (GRI) und das Carbon Disclosure Project (CDP) veröffentlichten ein Dokument, in dem ihre Tools verknüpft und Überschneidungen aufgezeigt werden. So wollen die Organisationen das Reporting erleichtern. Zudem werden sie in Zukunft verstärkt kooperieren. CDP wird versuchen, bereits den Fragebogen für 2011 so weit wie möglich an die GRI-Vorgaben anzupassen, und auch die Global Reporting Initiative will bei der angekündigten Überarbeitung ihrer Richtlinien das Instrument des Kooperationspartners stärker berücksichtigen. Das Linkage-Dokument steht auf der GRI-Website zur Verfügung: http://www.globalreporting.org/NR/rdonlyres/868A9763-24B5-4486-929B-7376059F7EAD/4358/LinkingupGRIandCDP.pdf.
WWF Toolbox rings um Papier
Der WWF bietet mit seiner Paper Toolbox eine umfassende Sammlung für alle an, die mit Papier zu tun haben – vom Produzenten bis zum privaten Käufer. So gibt es beispielsweise einen WWF Guide to Buying Eco Friendly Paper. Für Produzenten steht etwa die WWF Paper Scorecard zur Verfügung.
Darüber hinaus veröffentlicht die Organisation den Paper Company Environmental Index. Dieser soll allen, die mit Papier zu tun haben, einen Einblick in das Verhalten der größten Papierkonzerne geben. Gleichzeitig ist der Index auch für die Unternehmen eine Möglichkeit, offen darzulegen, wie sie ihre Verantwortung gegenüber der Umwelt wahrnehmen. Von 10 Unternehmen, die der WWF kontaktierte, gaben 5 ihre Daten bekannt. Mondi erreichte die höchste Punkteanzahl, gefolgt von M-real und Stora Enso.
Human Rights Impact Assessments untersucht
CSR Europe präsentierte eine Studie über Human Rights Impact Assessments. Diese Tools helfen Unternehmen die Auswirkungen ihrer Tätigkeit in Bezug auf Menschenrechte zu analysieren und zu managen. Der CSR Europe-Bericht stellte einen Überblick über aktuelle Instrumente und Methoden zusammen und schlägt einige Verbesserungen vor. Unter dieser Web-Adresse steht die Studie zum Download zur Verfügung: http://www.csreurope.org/data/files/csreurope_hria_paper_reviewed2.0.pdf
Good Practice Note zu Nachhaltigkeitsberichterstattung veröffentlicht
Ein gemeinsames Dokument der International Finance Corporation (IFC), einem Mitglied der Weltbank Gruppe, und der Global Reporting Initiative (GRI) soll es Unternehmen in den Schwellenländern erleichtern, Nachhaltigkeitsberichterstattung umzusetzen. Hierfür wurden die Nachhaltigkeits-Performance-Standards der IFC und die GRI-Reporting-Richtlinien verknüpft. Der entsprechende Entwurf mit dem Titel “Getting More Value out of Sustainability Reporting” wurde hier veröffentlicht: http://www.globalreporting.org/NR/rdonlyres/9688CF26-59B9-4644-B7F4-0DB989528F33/4306/IFC_GRI_GettingMoreValueOutofSustainabilityReporti.pdf
Unternehmen und Stakeholder sind eingeladen, ihre Kommentare dazu abzugeben.
Rankings & Preise
Österreichs beste Arbeitgeber 2011 gesucht
Für den Wettbewerb Österreichs Beste Arbeitgeber 2011 können sich alle Unternehmen mit mehr als 20 Mitarbeitern online registrieren. Das Ranking wird vom Great Place to Work® Institute Österreich organisiert. Deren Dachorganisation erstellte aus den nationalen Wettbewerben 2010 eine Reihung der 100 besten Unternehmen aus ganz Europa, unter denen sich sieben Österreich-Preisträger befinden. Microsoft platzierte sich wie hierzulande in 14 weiteren Ländern auf Platz eins und siegte damit auch in der Europa-Wertung. Unter den Top-100 finden sich weiters Cisco Systems, A1/mobilkom Austria, Procter & Gamble, Sparkasse Neuhofen, OMICRON electronics und Worthington Cylinders.
Das Great Place to Work® Institute verglich zudem die Top-100 mit dem Standard & Poor’s Index. Die besten Arbeitgeber performten 2009 um 600% besser als jene des Indexes. Mehr dazu finden Sie in den Wettbewerbsunterlagen: http://www.greatplacetowork.at/best/Great_Place_to_Work%28r%29_Wettbewerb.pdf
ÖGUT-Umweltpreis ausgeschrieben
Bis 8.Oktober 2010 kann noch für den 25. ÖGUT-Umweltpreis eingereicht werden. Ausgezeichnet werden nachhaltige Kommunen, herausragende Frauen in der Umwelttechnik, Pioniere der Smart Production, Partizipation und zivilgesellschaftliches Engagement sowie der betriebliche Umweltschutz. Weitere Informationen stehen auf der ÖGUT-Website zur Verfügung: http://www.oegut.at/de/events/umweltpreis/2010_ausschreibung.php
Public Eye Award – “Gewinner” stehen fest
Unternehmen, die den Public Eye Award erhalten, setzen statt auf vorbildliche Haltung auf ausbeuterische Arbeitsbedingungen, Umweltsünden, Falschinformationen, etc. Dieser”Preis” wird seit 2000 alljährlich anlässlich des Jahrestreffens des Weltwirtschaftsforums in Davos verliehen. Neben “Unternehmenspreisen” gibt es auch eine “Greenwash-Auszeichnung” für internationale Organisationen.
“Gewinner” 2010 sind die Royal Bank of Canada, die den Global Award erhielt. Roche bekam den Swiss Award und den People’s Award. Und den erstmals verliehenen Greenwash Award erhielt das U.N. CEO Water Mandate, das im Rahmen des Global Compact gelauncht wurde.
Österreichische Ruban d’Honneur-Träger 2010 stehen fest
Der European Business Award 2010, mit dem Spitzenleistungen (excellence), Best Practice und Innovationen anerkannt und gefördert werden, geht in die nächste Runde. Aus allen österreichischen Einreichern wurden 11 nationale Repräsentanten ernannt, die das Ruban d’Honneur erhalten. Vertreter von EVN, Intercell, Rosenbauer, drexel und weiss, saubermacher, etc. messen sich im weiteren Verlauf des Wettbewerbs mit den Vertretern von 27 anderen Staaten. Bis Oktober müssen sie in persönlichen Präsentationen die Jury überzeugen, dass sie die besten ihrer Kategorie sind. Die Preisverleihung findet im November in Paris statt.
Familienfreundlichste Betriebe ausgezeichnet
Am 16.September 2010 fand die Verleihung des Staatspreises für den familienfreundlichsten Betrieb Österreichs statt. Damit wurden Organisationen vor den Vorhang gebeten, die es ihren Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern ermöglichen, sich sowohl für ihre Familie als auch im Beruf zu engagieren. Aus den 73 Einreichungen gingen 5 Kategorie-Sieger hervor: Hilber Beschläge wurde in der Kategorie 5 – 10 Mitarbeiter ausgezeichnet, an Pagitsch Design ging der Preis für Unternehmen mit 11 bis 50 Mitarbeitern, die Moorheilbad Harbach Betrieb GmbH & Co KG siegte in der Kategorie ab 51 Mitarbeiter. Die Auszeichnung für familienbewusste Nonprofit-Unternehmen und Institutionen erhielt die Aqua Mühle Frastanz – soziale Dienste, und die familienfreundlichste öffentlich-rechtliche Institution 2010 ist die Pensionsversicherungsanstalt Wien.
Dow Jones Sustainability World Index überarbeitet
48 Unternehmen wurden in den Dow Jones Sustanability World Index aufgenommen, 46 wurden gelöscht. Damit besteht diese globale Liste der nachhaltigsten Organisationen aus 318 Unternehmen. Auch der europäische Index wurde im Rahmen der jährlichen Überprüfung korrigiert – es gab 19 Löschungen und 27 Neuaufnahmen. Weitere Informationen finden Sie auf der Website www.sustainability-indexes.com.
Studien
UN Global Compact Studie: CEOs bekennen sich zur Nachhaltigkeit
Die Bedeutung von nachhaltiger Entwicklung für ihr Unternehmen gaben 766 CEOs aus über 100 Ländern im Rahmen einer UN Global Compact-Studie bekannt. Dabei zeigte sich, dass 93 Prozent der befragten CEOs Nachhaltigkeit als bedeutenden Teil ihres wirtschaftlichen Erfolges ansehen. 86 Prozent glauben, dass nachhaltige Entwicklung spätestens in 10 bis 15 Jahren in allen Unternehmensstrategien verankert sein wird. Nach wie vor die größte Herausforderung ist die umfassende Implementierung von CSR im Unternehmen. Motivation hinter dem Engagement sind der Markenaufbau, verstärktes Vertrauen der Konsumentinnen sowie gesteigerte Reputation. Die Zusammenfassung und den Link zum Studien-Bericht finden Sie hier: http://www.unglobalcompact.org/news/42-06-22-2010
Studie untersucht Initiativen zur Geschlechter-Gleichstellung
Eine Studie der KMU Forschung Austria untersuchte europaweit Maßnahmen, die Vorzeige-Praktiken von Unternehmen zur Gleichstellung von Frauen und Männern initiieren und bekannt machen. Insgesamt weist der Studienbericht 133 Initiativen aus, darunter 22 Labels, 68 Preise, 11 Chartas, 19 Rankings und 19 Good-Practice-Sammlungen. Analysiert wurden ihre Funktionsweise, Ergebnisse und ihr Mehrwert. Auch die wirtschaftlichen und sozialen Auswirkungen auf die Gleichstellung der Geschlechter wurden erhoben. Den Studienbericht zum Nachlesen finden Sie hier: http://www.kmuforschung.ac.at/de/Projekte/Gender%20initiatives/gender_initiatives_de.htm
Kritischer Blick auf OECD-Guidelines erschienen
Der OECD-Watch-Bericht “10 Years On” untersuchte die Effektivität der OECD-Leitsätze für multinationale Unternehmen. Diese enthalten Empfehlungen für ein verantwortungsvolles Verhalten multinationaler Unternehmen. Allerdings, so OECD-Watch, würden ein Mangel an politischem Willen, Sanktionsmöglichkeiten und einheitlicher Umsetzung das Potenzial des Instruments deutlich schwächen.
Erhoben wurden 96 Fälle, in denen NGOs eine Verletzung der OECD-Leitsätze anzeigten. Die strittigsten Punkte waren Umweltschäden und Menschenrechtsverletzungen in Entwicklungsländern. Den Untersuchungen von OECD-Watch zu Folge trugen die National Contact Points (NCPs) jedoch äußerst selten dazu bei, einen Konflikt zu lösen und den Firmen aufzuzeigen, wie wichtig die Einhaltung der Leitsätze ist. Nur in 5 Fällen konnten die Untersucher wirkliche Verbesserungen im Verhalten der Unternehmen feststellen. Sie appellieren daher, die bereits angekündigte Überarbeitung der OECD-Leitsätze für eine radikale Reform zu nutzen. Nähere Informationen dazu und den Bericht finden Sie auf der Website der Organisation, oecdwatch.org.
Untersuchung: Wie wirkt CSR über die Unternehmen hinaus?
Untersuchungen zu CSR konzentrierten sich bisher meist auf die Vorteile, die in und für Unternehmen entstehen. Ein Konsortium aus 16 Forschungseinrichtungen will im Rahmen des IMPACT-Projekts nun systematisch erheben, wie CSR zu den sozialen, ökonomischen und ökologischen Zielen der EU beiträgt. So soll ein Einblick in jene Unternehmens- und institutionelle Faktoren ermöglicht werden, die hinter den Auswirkungen von CSR stehen. Zudem werden Methoden zur Messung von CSR-Effekten getestet, entwickelt und Verbesserungsvorschläge gemacht. Informationen zur Untersuchungsmethode sind bereits auf www.csr-impact.eu gelistet, der derzeit noch leere Dokument-Bereich soll im Laufe der Zeit aufgefüllt werden.
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