Newsletter 04/2011
- In eigener Sache
- Standards & Richtlinien
- Rankings & Preise
- Studien
- Praxisbuch Diversity wird präsentiert
- GRI launcht G3.1 Richtlinien
- UNGC COP: Neue Anforderungen
- UN Global Compact und ISO 26000
- Gender Equality auf der Tagesordnung
- Grünbuch der Nachhaltigen Logistik
- PRVA präsentiert CSR-Kriterienkatalog
- Zweite Ausgabe des Water Footprint Assessment Manuals veröffentlicht
- Wie Unternehmen das Nachhaltigkeits-Bewusstsein ihrer Kunden fördern können
- Teilnahme-Rekord beim TRIGOS
- DiversCity Preis vergeben
- Public Eye Awards „verliehen“
- Österreichs beste Arbeitgeber 2011
- UNO veröffentlicht Umweltprogramm-Bericht
- Studie zeigt: Nachhaltige Lieferkette zahlt sich aus
- Österreicher schätzen und bevorzugen umweltfreundliche Marken
- Österreich hinkt bei Nachhaltigkeitsberichterstattung hinterher
- Grüne Innovationen zu langsam
- Nachhaltige Investments gestiegen
- Rechungshof hinterfragt Nachhaltige Entwicklung bei Bund und Ländern
In eigener Sache
Praxisbuch Diversity wird präsentiert
Pauser & Wondrak geben das erste österreichische Praxisbuch Diversity Management heraus. 36 Autoren – darunter Annette Märk-Schlaisich, unser Managing Partner Austria – beleuchten das Thema. Das Buch gibt in verständlicher Form einen kompletten Überblick über mit Diversity Management verbundene betriebliche Aktivitäten. Es wird damit ein bislang beispielloser State of the Art im Hinblick auf die Möglichkeiten und Grenzen der Diversity-Praxis für Österreich festgelegt. Zusätzlich wird die Schnittmenge zu vergleichbaren Strategien erläutert und Diversity Management als meta-theoretischer Ansatz vorgestellt. Unterschiedliche Organisationsformen in Form von Good-Practice sind ebenfalls inkludiert. Am 18. April 2011 um 18:30 Uhr wird das Praxisbuch in der Wirtschaftskammer Wien, Schwarzenbergplatz 14, 1040 Wien, vorgestellt.
Weiterführende Informationen:
Buchbestellung
Standards & Richtlinien
GRI launcht G3.1 Richtlinien
Die Global Reporting Initiative hat ihre Richtlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung überarbeitet. Die Version 3.1 enthält einige neue Indikatoren, vor allem im Bereich Diversity und Menschenrechte. Ein eigenes Vergleichs-Sheet bietet einen ersten Einblick in die Unterschiede zu den bisherigen Anleitungen. Zusätzlich wurde das Technische Protokoll überarbeitet, das bei der Auswahl der Berichtsinhalte und beim Reporting selbst unterstützt. Erst-Berichterstattern empfiehlt die Organisation, die Version 3.1 anzuwenden.
Weiterführende Informationen:
G3.1 Richtlinien
Technisches Protokoll
UNGC COP: Neue Anforderungen
“Der United Nations Global Compact hat ein „Differentiation Framework“ für die Berichterstattung seiner Unterzeichner eingeführt. Es soll die Organisationen dabei unterstützen, ihre Nachhaltigkeitsleistung zu steigern und ihr Reporting zu verbessern. So sollen drei Ziele erreicht werden:
- Anpassung der COPs an die Rahmenbedingungen der jeweiligen Unternehmen
- bessere Vergleichsmöglichkeiten der COPs und der dargestellten Maßnahmen
- höhere Transparenz der UNGC-Berichterstattung insgesamt.
Unterschieden werden drei Levels:
- „GC Active level“ für Teilnehmer, die zu allen Bereichen der zehn Prinzipien berichten und direkt mit ihren Stakeholdern kommunizieren.
- „GC Advanced level“ für Teilnehmer, die zudem über best practices berichten und sich hierbei am Blueprint for Corporate Sustainability Leadership sowie am UN Global Compact Management Model orientieren.
- „GC Advanced level“ – der COP muss 24 Kriterien erfüllen.
Erfüllt der COP einer Organisation die Mindestkriterien nicht, so erhält diese für zwölf Monate aktive Unterstützung durch den GC im Rahmen der „Learner Platform“. Anschließend muss ein COP eingereicht werden, der die Mindestanforderungen erfüllt – sonst droht der Ausschluss aus dem Global Compact.
Weiterführende Informationen:
Einstiegsseite zum Differentiation Framework
UN Global Compact und ISO 26000
Der UN Global Compact veröffentlichte eine Übersicht der Anknüpfungspunkte zwischen den 10 Prinzipien und der CSR-Richtlinie ISO 26000. Die Publikation zeigt, dass eine klare Verbindung zwischen den ISO-Kernprinzipien und den UNGC-Prinzipien besteht: Alle zehn sind im neuen Standard enthalten. Darüber hinaus werden empfohlene Tools (z.B. zu Menschenrechten) gelistet.
Weiterführende Informationen:
UNGC Verknüpfungsdokument zu ISO 26000
Gender Equality auf der Tagesordnung
In Österreich sollen die Frauenquote in Aufsichträten und neue Bestimmungen bei der Ausschreibung von offenen Stellen für gleiche Chancen beider Geschlechter sorgen: In staatsnahen Betrieben ist geplant, dass 2013 25 Prozent Frauen in den Aufsichtsräten der Betriebe mitwirken (nächster Schritt: 35 Prozent bis 2018). Außerdem müssen Unternehmen nun das kollektivvertragliche Mindestengelt und ihre Bereitschaft zur Überzahlung in Stellenausschreibungen angeben. Eine weitere Neuerung ist die schrittweise Vorschreibung von Einkommensberichten, die strukturelle Einkommensunterschiede zwischen Männern und Frauen aufdecken und verringern sollen. Ausgeglichene Geschlechter-Verhältnisse und allgemein Diversity stehen auch international auf der Agenda, etwa in den USA und UK: Firmen, die an US-Börsen notiert sind, müssen die Börsenaufsichtsbehörde SEC (Securities and Exchange Commission) darüber informieren, ob und wie sie Diversity bei der Zusammensetzung ihrer Boards berücksichtigen.
Mehrere internationale Studien untersuchten, wie viele Frauen Führungspositionen innehaben und welchen Einfluss das hat. Egon Zehnder International überprüfte für die „European Board Diversity Analysis 2010“ über 300 der größten Unternehmen in 17 europäischen Ländern. Ergebnis: Der Anteil weiblicher Vorstände und Aufsichtsratsmitglieder stieg von 9,7 Prozent (2004) auf insgesamt 12,2 Prozent (2010). Der jüngst veröffentlichte „2011 Woman on Board Report“ von Governance Metrics International zeigt, dass 40 Prozent der weltweit größten Unternehmen keine Frau im Vorstand haben. In den über 4.200 untersuchten Unternehmen hatten Frauen weniger als 10 Prozent aller Vorstands-Posten inne, nur 2 Prozent der Firmen hatten eine Vorstandvorsitzende.
Weiterführende Informationen:
2011 Women on Boards Report
European Board Diversity Analysis
Grünbuch der Nachhaltigen Logistik
50 Autoren arbeiteten am neuen Grünbuch für die Logistik mit. Sie definierten Themen und Anforderungen aus allen Transport-Bereichen. Das 230 Seiten starke Handbuch soll als Praxisleitfaden für eine nachhaltige Gestaltung von Logistikstrukturen Anregungen geben, wie Infrastruktur- und Standortentscheidungen logistisch sinnvoll und ökologisch verträglich gestaltet werden können. Enthalten sind auch erprobte Umsetzungshinweise und Entscheidungshilfen für die drei Bereiche Markt, Umwelt Gesellschaft. Ziel ist, logistische Prozesse schlank, effizient und vor allem ressourcenschonend zu gestalten. Initiiert wurde das Projekt vom österreichischen Bundesverband Logistik (BVL).
Weiterführende Informationen:
Grünbuch der Nachhaltigen Logistik
PRVA präsentiert CSR-Kriterienkatalog
Der Public Relations Verband Austria (PRVA) gab 2010 seinen ersten CSR-Report heraus. Gestaltet wurde er von der Verbands-internen CSR-Lehrwerkstatt, dem CSRLab. Mangels einer allgemeinen Anleitung zur Bewertung des Berichts entschlossen sich die Teilnehmer des Labs, eine eigene zu entwickeln. Aus bestehenden Bewertungskriterien gestalteten sie einen neuen, 20-seitigen Katalog. Als finale Quellen dienten GRI, ASRA, BCP-Award und die Accountability-Vorgaben. Das Dokument hilft mittels 4-skaliger Antwortmöglichkeiten bei der Beurteilung des eigenen Berichts und bietet darüber hinaus auch Platz für Notizen. Er wird demnächst auf der Website www.prva.at zur Verfügung stehen. Derzeit versendet ihn Elisabeth Gail auf Anfrage: elisabeth.gail@hauska.com.
Zweite Ausgabe des Water Footprint Assessment Manuals veröffentlicht
Das Handbuch enthält eine Auswahl unterschiedlicher Methoden und zeigt, wie der Wasser-Fußabdruck für einzelne Produkte, Prozesse und Produzenten berechnet werden kann. Außerdem schlüsselt es Maßnahmen auf, die den Wasserverbrauch senken. Entwickelt wurde das Manual vom Water Footprint Network, dessen Partner z.B. Coca Cola, Heineken und der WWF sind.
Weiterführende Informationen:
The water footprint assessment manual: Setting the global standard
Wie Unternehmen das Nachhaltigkeits-Bewusstsein ihrer Kunden fördern können
Der Ratgeber der englischen NGO Business in the Community unterstützt Unternehmen dabei, das Nachhaltigkeits-Bewusstsein ihrer Konsumenten zu fördern. So sollen sie die Kunden befähigen,
- jene Produkte und Dienstleistungen zu wählen, die mehr soziale und ökologische Vorteile bringen,
- Produkte und Dienstleistungen nachhaltiger zu nutzen und
- ihr tägliches Verhalten positiv zu verändern.
Die dreistufige Anleitung wird durch Case Studies ergänzt, etwa von Kraft Foods, Unilever oder Marks & Spencer.
Unterstützung zum selben Thema bietet auch der bereits 2008 erschienene Sustainable Marketing Guide von CSR Europe. Dieser enthält ein Sustainable Marketing Audit, mehrere Checklisten und Fallbeispiele.
Weiterführende Informationen:
Influencing Consumer Behaviour: A Guide for Sustainable Marketing
CSR Europe Sustainable Marketing Guide
Preise
Teilnahme-Rekord beim TRIGOS
Die Träger des CSR-Preises TRIGOS verzeichneten einen neuen Einreich-Rekord: 190 Unternehmen bewarben sich um eine Auszeichnung für CSR-Projekte und -Management. Ab heuer wird das CSR-Gesamtengagement der Unternehmen stärker bewertet. Verliehen wird der TRIGOS am 31. Mai 2011.
DiversCity Preis vergeben
Die Wirtschaftskammer Wien zeichnete zum 2. Mal Unternehmen aus, die Vielfalt fördern. Die Bank Austria überzeugte unter den Großunternehmen mit ihrem Diversity-Management für Mitarbeiter und Kunden sowie Projekten für Menschen mit Handicap. Sie beschäftigt eine Diversity Managerin und einen Disability Manager. KMU-Sieger wurde die Reinigungsfirma Hasan Vural. Die Jury honorierte die Zusammensetzung der Belegschaft, die aus einer Vielzahl von Herkunftsländern stammt. Positiv bewertet wurden auch die vielsprachige Betreuung, außerbetriebliche Beratung und Weiterbildungsmöglichkeiten. Den Sonderpreis Barrierefreiheit erhielt die Initiative „Dialog im Dunkeln“. Sehbehinderte sind nicht nur als Besucher-Guides in völlig abgedunkelten Räumen aktiv, sondern auch in anderen Bereichen – von der Geschäftsführung über die Personalleitung bis hin zur Buchhaltung oder Gästebetreuung.
Public Eye Awards „verliehen“
Die verantwortungslosesten Unternehmen wurden wieder mit dem Public Eye Award der EvB (Erklärung von Bern) und Greenpeace „ausgezeichnet“. Der südafrikanische Minenkonzern AngloGold/Ashanti erhielt den Jurypreis wegen der Vergiftung von Land und Menschen beim Goldabbau in Ghana. Der Publikumspreis (über 50.000 abgegebene Stimmen im Online-Voting) ging an den finnischen Agrotreibstoffkonzern Neste Oil. Das Unternehmen zählt zu den weltgrößten Palmölabnehmern und verkauft unter dem Namen „Green Diesel“ europaweit Biodiesel. Auf den Plätzen zwei und drei: BP und Philipp Morris.
Weiterführende Informationen:
Pressemitteilung zur Verleihung des Public Eye Award 2011
Österreichs beste Arbeitgeber 2011
Great Place to Work erhob wieder jene Unternehmen, in denen sich die Mitarbeiter besonders wohlfühlen. Bestes Unternehmen mit weniger als 50 Mitarbeitern wurde die Kellereiinspektion, in der Kategorie 50 – 250 Mitarbeiter punktete Cisco Systems Austria und unter den großen Unternehmen erreichte Microsoft Österreich den ersten Rang. Zur Bewertung werden die Mitarbeiterbefragung, die Informationen, die die Firmen zur Verfügung stellen, und weitere Quellen (z.B. Medienberichte) herangezogen.
Weiterführende Informationen:
Ranking der besten Arbeitgeber Österreichs
Studien
UNO veröffentlicht Umweltprogramm-Bericht
Was wäre, wenn man jährlich 1,3 Billionen US-Doller für ökologische Investitionen ausgäbe? Der Bericht des Umweltprogramms der Vereinten Nationen (UNEP) geht dieser Frage nach. Mit 1,3 Billionen US-Dollar – 2 Prozent des weltweiten BIP – für 10 Schlüsselsektoren könnten wir den Übergang zu einer CO2-armen, ressourcenschonenden nachhaltigen Weltwirtschaft wirkungsvoll vorantreiben. Ein Beispiel: Durch die jährliche Investition von 1,25 Prozent des weltweiten BIP in mehr Energieeffizienz und erneuerbare Energien ließe sich die Primärenergienachfrage um neun Prozent im Jahr 2020 und fast 40 Prozent im Jahr 2050 senken. Zusätzlich zu diesen Überlegungen enthält der Bericht konkrete Anforderungen an Regierungen, Informationen zu den Schlüsselsektoren und Branchenschwerpunkte.
Weiterführende Informationen:
UNEP-Bericht zu Green Economy
Studie zeigt: Nachhaltige Lieferkette zahlt sich aus
Das Carbon Disclosure Project (CDP) und die Unternehmensberatung A.T. Kearney veröffentlichten den Supply Chain Report 2011. Er zeigt, dass sich die Zusammenarbeit mit Lieferanten, die auf Nachhaltigkeit setzen, und die Optimierung des Lieferkettenmanagements nach CO2-Gesichtspunkten auszahlen. Die Hälfte der untersuchten Welt-Konzerne und ein Viertel der über 1.000 überprüften Lieferanten verzeichneten Kosteneinsparungen durch eine nachhaltige Lieferkette. Rund 86 Prozent der Unternehmen stellten Wettbewerbsvorteile durch die enge Zusammenarbeit mit ihren Zulieferern fest, allen voran ein verbesserter Return on Investment. 2009 machten nur 49 Prozent diese Angabe. 17 Prozent der Konzerne wählen ihre Zulieferer schon nach CO2-Kriterien aus, 45 Prozent messen den CO2-Ausstoß systematisch.
41 Prozent der Unternehmen bieten Mitarbeiter-Schulungen zur CO2-Reduktion in der Lieferkette an. Entsprechende Vorschläge werden in 25 Prozent der Unternehmen besonders honoriert. Daneben hat sich auch der Nutzen im Bereich Brand Management in mehr als der Hälfte der Unternehmen erhöht, Produktdifferenzierung ist sogar für 60 Prozent aller Unternehmen ein zunehmend wichtiges Ziel.
Allerdings hatte nur ein Drittel der Lieferanten ein konkretes CO2-Reduktions-Ziel. Bleibt es bei dieser Anzahl, so werden die weltweiten Emissionen bis 2015 um 6 Prozent steigen. Um die Erderwärmung in Grenzen zu halten, wäre bis dahin eine Senkung um 20 Prozent notwendig.
Weiterführende Informationen:
Carbon Disclosure Project Supply Chain Report 2011
Österreicher schätzen und bevorzugen umweltfreundliche Marken
Für eine aktuelle Umfrage von Reader’s Digest in 16 europäischen Ländern wurden 700 Österreicher befragt. 68 Prozent schätzen und bevorzugen umweltfreundliche Marken. Allerdings glauben 75 Prozent der österreichischen Konsumenten, dass großen Unternehmen dieses Thema ziemlich egal ist. Dabei stärkt die „grüne“ Positionierung das Vertrauen der Verbraucher: So wurden erneut OMV, Miele, Frosch und Persil sowohl unter die vertrauenswürdigsten als auch die ökologisch engagiertesten Marken gereiht. Unter den erstmals erhobenen Energieunternehmen konnte die EVN am meisten punkten, TUI wird unter den Reise-Unternehmen als nachhaltigster Vertreter der Branche wahrgenommen. Spar erhielt in der Kategorie Handelsunternehmen die Bestnote für den Umweltschutz.
Weiterführende Informationen:
Reader’s Digest European Trusted Brands 2011
Österreich hinkt bei Nachhaltigkeitsberichterstattung hinterher
Deutsche börsennotierte Unternehmen veröffentlichen weitaus mehr Nachhaltigkeitsberichte als österreichische Firmen, so die Kernaussage einer aktuellen Studie von PwC Österreich. Dafür wurde die Transparenz des nicht-finanziellen Reportings von 89 börsenotierten Unternehmen aus Österreich (39 aus dem ATX- und Prime-Market), Deutschland (Dax-30) und der Schweiz (SMI-20) untersucht. Die Bewertung anhand von 18 Indikatoren (Vollständigkeit, Transparenz und Nachvollziehbarkeit) wurde zu Performance-Scores zwischen 0 und 100 Prozent für die Bereiche Governance & Ökonomie, Soziales & Gesellschaft und Umwelt & Klimaschutz aggregiert. Weit vorne liegen deutsche Firmen mit einer Transparenzbewertung von 77 Prozent. Es folgt die Schweiz mit 66 Prozent, Österreich ist Schlusslicht mit 43 Prozent. Vorreiter-Branchen sind laut PwC Energie, Chemie, Bauwesen und Kommunikation.
Weiterführende Informationen:
Studie „Unternehmerische Verantwortung im Zeitalter der Transparenz“
Grüne Innovationen zu langsam
Ein WBCSD-Report (World Business Council for Sustainable Development) untersuchte Treiber für grüne Innovationen: Neue, CO2-arme, saubere Technologien werden benötigt, um dem Klimawandel entgegenzuwirken. Dem Bericht zufolge hält die Geschwindigkeit der Entwicklung dem Bedarf nicht Stand. Er präsentiert Inputs der WBCSD-Mitglieder, Innovations-Treiber und Vorschläge, wie Regierungen Forschung & Entwicklung in Schwung bringen können, um die Privatinvestitionen in die Entwicklung nachhaltiger Innovationen zu steigern.
10 Elemente, die eine Steigerung bewirken könnten, wurden identifiziert. Beispielsweise sollen Mittel zur Verfügung gestellt werden, um Forschungs- und Entwicklungsrisiken aufzufangen. Gut ausgebildete Arbeitskräfte (in den Bereichen Mathematik, F&E) seien eine wichtige Grundlage für zukünftige bahnbrechende Neuerungen. Investitionen in Forschungs- und Entwicklungsinfrastruktur, um Langzeit-Tests und Labor-Experimente zu ermöglichen, werden ebenso empfohlen wie die Förderung von Dialog und Kooperation zwischen öffentlichen Forschungseinrichtungen und dem Privatsektor.
Darüber hinaus enthält der Bericht Fallbeispiele von WBCSD-Mitgliedern, die zeigen, wie die Zusammenarbeit von Unternehmen, der akadademischen Welt und dem öffentlichen Bereich aussehen kann.
Weiterführende Informationen:
WBCSD Innovating for Green Growth – Drivers of private sector RD&D green growth
Nachhaltige Investments gestiegen
Eine aktuelle EUROSIF-Studie zeigt, dass der nachhaltige Anlagemarkt in Europa seit 2008 stark gewachsen ist. Er umfasst rund fünf Billionen Euro. Viele Investoren, so die Autoren, wurden durch die Finanzkrise und Desaster wie Umweltkatastrophen (Deepwater Horizon im Golf von Mexiko) wachgerüttelt und wären sich stärker der Notwendigkeit bewusst, die Themen Umwelt, Soziales und gute Unternehmensführung (englisch: Environment, Social, Governance: kurz ESG) bei ihren Investitions-Entscheidungen zu berücksichtigen. Das Volumen der nachhaltigen Geldanlagen in Europa ist seit der letzten Studie 2008 von 2,7 auf fünf Billionen Euro angestiegen – das entspricht einem 87-prozentigen Wachstum. Wichtigste Investoren bleiben mit einem Anteil von 92 Prozent die institutionellen Anleger.
Die wichtigste Anlageklasse sind festverzinsliche Wertpapiere (53 Prozent) und Aktien (33 Prozent). Mikrofinanzprodukte stoßen lauf EUROSIF zunehmend auf Interesse.
Weiterführende Informationen:
EUROSIF 2010 European SRI Study
Rechungshof hinterfragt Nachhaltige Entwicklung bei Bund und Ländern
Der Rechnungshof überprüfte in den Jahren 2006 – 2009, ob und wie Nachhaltige Entwicklung in die Entscheidungsprozesse von Bund und Ländern einbezogen wurde. Sein Fazit:
- grundsätzlich bekennen sich sowohl Bund als auch Länder zur Nachhaltigen Entwicklung
- nur in Einzelfällen wurden konkrete Programme und Projekte hinsichtlich ihrer Ausgewogenheit überprüft
- die operative Umsetzung Nachhaltiger Entwicklung in den Ländern ist stark regional geprägt und unterschiedlich organisiert.
Daher gab der Rechnungshof folgende Empfehlungen ab:
- Die „Österreichische Strategie zur Nachhaltigen Entwicklung“ sollte weiterentwickelt werden.
- Diese Strategie sollte Bestimmungen über Evaluierungen und klare Kontrollindikatoren enthalten, um zu einer Nachhaltigkeitsprüfung zu gelangen.
- Es bedarf bewusstseinsbildender Maßnahmen, um der Nachhaltigen Entwicklung zum Durchbruch zu verhelfen.”
Weiterführende Informationen:
Presseaussendung
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