Newsletter 07/2011
- Standards & Richtlinien
- Rankings & Preise
- Studien
- Erarbeitung der G4-Richtlinien schreitet voran
- IIRC startet Pilotprogramm zu intergriertem Reporting
- UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte angenommen
- Menschen mit Behinderungen im Fokus der EC
- CSR-Tag: CSR in Europa
- CSR-Entwurf des Normungsinstituts liegt zur Stellungnahme auf
- Stellungnahmen zum ISO-Entwurf für nachhaltige Events möglich
- Überarbeitete OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen
- GRI Sector Supplement für Flughafen-Betreiber
- WBCSD-Guide für die Evaluierung von Ökosystemen erschienen
- Neue Lernunterlagen zu CSR
- EU-Wohlfahrtsindex in Planung
- Österreichischer Aktionsplan für Ressourceneffizienz kommt
- TRIGOS 2011 verliehen
- Einreichfrist für ASRA 2011 gestartet
- Wettbewerb fördert Nachhaltigkeit im Sport
- Preis für Sustainable Entrepreneurs
- Österreichischer Integrationspreis verliehen
- Studie zum verantwortungsvollen Management der Lieferkette
- Nachhaltigkeits-Berichterstattung in der EU
- Studie zu Nachhaltigkeitsberichten in Österreich
- Upgedatete Zusammenstellung von CSR-Policies in der EU
- Transparency International veröffentlicht weltweiten Korruptionsindex
- Diversity & Inclusion ermöglicht Einsparungen
- UN-Studie zeigt: Unternehmen sehen Klimawandel als Chance
- UN Global Compact-Studie: Menschenrechte und Anti-Korruption am herausforderndsten
- Volunteering: positive Effekte auf Mitarbeiterbindung
In eigener Sache
Erarbeitung der G4-Richtlinien schreitet voran
Die Global Reporting Initiative (GRI) setzt weitere Schritte für die Entwicklung der neuen Generation ihrer Richtlinien für Nachhaltigkeitsberichte (G4). Bis 30. Juni hatten alle Stakeholder die Möglichkeit neue Issues zu übermitteln, die in die G4-Richtlinien aufgenommen werden sollten. Gleichzeitig können sich alle Interessierten bis 31. Juli registrieren, wenn sie an der ersten öffentlichen Kommentierungs-Runde teilnehmen wollen (Start: August 2011, Dauer: 90 Tage). Durch die Registrierung erhofft sich die NGO Aufschluss, welche Regionen und Player möglicherweise unterrepräsentiert sein könnten. Hier will GRI verstärkt Aufmerksamkeit schaffen.
Die Veröffentlichung der neuen Richtlinien ist für 2013 geplant.
Weiterführende Informationen:
Informationen zu G4 und möglicher Involvierung
IIRC startet Pilotprogramm zu intergriertem Reporting
Unternehmen, die im Bereich Integriertes Reporting eine Vorreiterrolle einnehmen wollen, können am Pilotprogramm des International Integrated Reporting Committee (IIRC) teilnehmen. Von den Firmen werden eine finanzielle Zuwendung und inhaltliche Kooperation erwartet. Durch ihr Feedback können die Unternehmen IIRC bei der (Weiter-)Entwicklung der Reporting-Richtlinien helfen. Im Gegenzug erhalten sie Unterstützung bei der Anwendung des IIRC-Rahmenwerks, können Erkenntnisse mit anderen Unternehmen austauschen und mit Investoren ihren Zugang zum Reporting diskutieren.
Weiterführende Informationen:
Details zum Pilotprogramm
UN-Prinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte angenommen
Die Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte des UN Sonderbeauftragten für Wirtschaft und Menschenrechte, John Ruggie, wurden vom UN-Menschenrechtsrat verabschiedet. Sie erläutern das UN „Protect Respect and Remedy“-Rahmenwerk, das seit 2005 entwickelt wurde. Dieses definiert die Verantwortung von Staaten und Unternehmen für Menschenrechte. So sollen etwa politische Autoritäten den gesetzlichen Rahmen für die Einhaltung der Menschenrechte in ihrem Territorium vorgeben und diesen auch kontrollieren, nicht zuletzt bei Staatsbeamten und in staatsnahen Unternehmen. Firmen sollen beispielsweise entsprechende interne Richtlinien und Kontrollmechanismen entwickeln.
Weiterführende Informationen:
Guiding Principles on Business and Human Rights
Menschen mit Behinderungen im Fokus der EC
Im Rahmen der “Europäischen Strategie für Menschen mit Behinderungen” für die Jahre 2010 bis 2020 kündigte die Europäische Kommission ein europäisches Behindertengesetz für 2012 an. Ziel ist, den Zugang zu Gütern, Dienstleistungen und öffentlicher Infrastruktur durch die Entwicklung von Accessibility-Standards zu verbessern. Dafür sollen Standards entwickelt und im öffentlichen Auftragswesen soll stärker auf behindertengerechte Waren und Dienstleistungen geachtet werden.
Außerdem wird überlegt, in Ausschreibungen für öffentliche Aufträge Zugänglichkeitsanforderungen aufzunehmen. So würden öffentliche Infrastrukturen wie Bahnhöfe und kommunale Gebäude besser nutzbar.
Eine weitere Maßnahme ist die Verleihung des Access City Awards. Damit werden europäische Städte ausgezeichnet, die das Leben von Menschen mit Behinderungen erleichtern.
Weiterführende Informationen:
Weitere Informationen zur Strategie und weiterführende Links
CSR-Tag: CSR in Europa
Das Programm des heurigen CSR-Tags (29. September 2011) steht fest. Thema ist “CSR in Europa”. Daher werden am Vormittag die europäische CSR-Politik und der Aktionsplan CSR der deutschen Bundesregierung vorgestellt. Am Nachmittag stehen wieder Workshops auf dem Programm – zum Beispiel zu CSR-Leitsätzen und Guidelines auf internationaler Ebene (OECD-Leitsätze, etc.). Auch der Beitrag der österreichischen Politik zu CSR wird ein wichtiger Programmpunkt sein.
Weiterführende Informationen:
Informationen zum CSR-Tag 2011
CSR-Entwurf des Normungsinstituts liegt zur Stellungnahme auf
Aufbauend auf ISO 26000 entwickelt das österreichische Normungsinstitut die Ö-Norm “Gesellschaftliche Verantwortung von Organisationen” (ONR 192500). Interessierte können vom 1. Juli bis 31. August 2011 zum Entwurf Stellung nehmen. Er soll dazu beitragen, dass sich Organisationen systematisch mit den Prozessen und den Anforderungen gesellschaftlicher Verantwortung auseinandersetzen und diese institutionalisieren.
Weiterführende Informationen:
Stellungnahme zum Entwurf über das Ö-Norm-Portal
Stellungnahmen zum ISO-Entwurf für nachhaltige Events möglich
Das internationale Normungsinstitut ISO entwickelt bis zur Olympiade in London 2012 eine Norm für nachhaltige Events. Der Entwurf “Nachhaltiges Veranstaltungsmanagement – Anforderungen mit Anleitung zur Anwendung” kann bis 11. September 2011 kommentiert werden. Thema sind zum Beispiel die Auswahl des Veranstaltungsortes, Ablauf von Veranstaltungen, Beschaffung, Kommunikation und Transport. Ziel ist, Veranstalter zu befähigen ihre Events nachhaltig zu planen und durchzuführen, um Umweltbelastungen zu minimieren und finanzielle und soziale Auswirkungen gezielt zu lenken. Schlussendlich soll die Zertifizierung durch eine anerkannte Stelle möglich sein.
Überarbeitete OECD-Richtlinien für multinationale Unternehmen
34 Länder (OECD-Staaten und acht weitere Länder) stimmten den überarbeiteten Richtlinien für multinationale Unternehmen zu. Diese Leitsätze der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung sehen nun einen stärkeren Menschenrechte-Schwerpunkt vor. Unternehmen sollen beispielsweise in allen Ländern, in denen sie tätig sind, auf die Einhaltung von Arbeitsrecht-Standards achten, gerechte Löhne zahlen, Erpressung bekämpfen und entsprechende Prüfverfahren einrichten. Die Guidelines sind eine umfassende, nicht verpflichtende Handlungsanleitung. In die Entwicklung waren Unternehmensvertreter, Gewerkschaften und NGO eingebunden. Außerdem wurde ein neuer, strikterer Prozess für Beschwerden und Mediation eingerichtet.
Parallel zu den überarbeiteten Richtlinien für multinationale Unternehmen unterzeichneten die 34 zuständigen Minister auch eine neue Empfehlung, um den Handel mit Mineralien, mit denen bewaffnete Konflikte finanziert werden, zu bekämpfen.
Weiterführende Informationen:
Presseaussendung mit Links zu allen relevanten Dokumenten
GRI Sector Supplement für Flughafen-Betreiber
Im Juni präsentierte die Global Reporting Initiative das neue Sector Supplement für Flughafen-Betreiber. Es enthält spezielle Vorgaben und zusätzliche Indikatoren für Nachhaltigkeitsberichte aus der Branche, z.B. zu Luftsicherheit, Lärm, Diskriminierung bei Sicherheitschecks, Menschenhandel, etc.
Weiterführende Informationen:
Download des Airport Operators Sector Supplements und der Webinar-Videos zur Einführung
WBCSD-Guide für die Evaluierung von Ökosystemen erschienen
Der neue WBCSD-Guide will das unternehmerische Verständnis für den Nutzen und Wert von Biodiversität fördern. Das World Business Council for Sustainable Development will damit Entscheidungsprozesse in den Firmen verbessern. Der Guide bietet einen Einstiegstest, ob eine Erhebung überhaupt nötig ist, und einen fünfstufigen Prozess zur Evaluierung des Einflusses auf Biodiversität. So sollen Unternehmen nicht nur Risiken erkennen, sondern auch neue Geschäftschancen identifizieren können.
Weiterführende Informationen:
Englische Version des Guide to Corporate Ecosystem Valuation
Neue Lernunterlagen zu CSR
Die GILDE Wirtschaftsförderung der Stadt Detmold stellt die Ergebnisse des EU-Projekts „InnoTrain CSR“ mit mehr als 80 Lerneinheiten und 4 Bildungsfilmen im Internet zur freien Verfügung. Auf der Projekt-Website werden Material für das Selbststudium (inkl. individueller Übungen) oder auch die betriebliche Weiterbildung angeboten.
Neben vier Filmen zu Best-Practice-Beispielen informieren weitere Materialien über die Konzeption und Umsetzung von CSR. Insgesamt wurden 82 Module entwickelt. Sie sind unterteilt in acht Kapitel existieren in vier Sprachen (deutsch, englisch, ungarisch, portugiesisch).
Weiterführende Informationen:
Projekt-Website
EU-Wohlfahrtsindex in Planung
Einen ersten Schritt zur Ergänzung des Bruttoinlandsprodukts (BIP) stellt der Verordnungsvorschlag über “Umweltökonomische Gesamtrechnungen” dar: In Zukunft sollen EU-weit jährlich Umweltbilanzen erstellt werden. Ab 2012 berichten die Mitgliedstaaten auch Luftemissionen, Materialflüsse und erhobene Umweltsteuern an Eurostat, das Statistikamt der EU. Die meisten Staaten liefern diese Daten schon jetzt freiwillig ab. Eine Ausweitung auf zusätzliche Bereiche wie z.B. Wasser- und Waldressourcen ist möglich.
Langfristig sollen dadurch politische Entscheidungen nicht nur durch wirtschaftliche, sondern auch durch ökologische Ziele bestimmt werden.
Zusätzlich unterstützten die EU-Parlamentarier einen weiteren Vorschlag der EU-Kommission, das BIP um Umweltindikatoren und Indikatoren zur Messung des sozialen Fortschritts zu ergänzen. Sie forderten außerdem konkrete und konsistente Vorschläge für Indikatoren, die von Eurostat überwacht werden können.
Weiterführende Informationen:
Presseaussendung des Europäischen Parlaments
Österreichischer Aktionsplan für Ressourceneffizienz kommt
Unter Leitung des Lebensministeriums wird in Österreich seit Anfang 2010 ein “Nationaler Ressourceneffizienz Aktionsplan“ (REAP) entwickelt, Mitte diesen Jahres soll er fertig sein. Das Ziel ist, den Ressourcenverbrauch und das Wirtschaftswachstum zu entkoppeln und zu einem effizienteren Einsatz der Rohstoffe zu gelangen. Der REAP soll innovative Geschäftsmodelle unterstützen, bei denen wirtschaftliche und ökologische Ziele Hand in Hand gehen, und neue Akzente im Bereich von Öko-Innovationen und Green Jobs fördern. Ein weiterer Schwerpunkt ist der “Ressourcenrucksack” d.h. die Berücksichtigung von Rohstoffen für Importe und Exporte, auch wenn sie nicht direkt in Österreich verbraucht werden. Synergien mit anderen (internationalen) Prozessen werden ebenfalls berücksichtigt.
Ansprechpartner im Lebensministerium ist DI Christopher Manstein Lebensministerium, Abteilung II/3 Nachhaltige Entwicklung und Umweltförderpolitik, christopher.manstein@lebensministerium.at.
Rankings & Preise
TRIGOS 2011 verliehen
Aus 190 Einreichern und 27 Nominierten gingen Ende Mai fünf Gewinner des österreichischen CSR-Preises hervor. In der Kategorie Arbeitsplatz siegte das Alpenresort Schwarz, der Preis in der Kategorie Gesellschaft ging an das Ein-Personen-Unternehmen Compuritas. Die framsohn frottier GmbH überzeugte im Bereich Markt, und den Ökologie-Preis erhielt FunderMax. Mit dem diesjährigen Sonderpreis für Freiwilligenengagement wurde der Verbund ausgezeichnet.
Der TRIGOS Regional wurde heuer erstmals in vier Bundesländern vergeben (Kärnten, Steiermark, Niederösterreich, Tirol).
Weiterführende Informationen:
TRIGOS-Website
Einreichfrist für ASRA 2011 gestartet
Bis 30. September können österreichische Organisationen ihre Nachhaltigkeitsberichte wieder zum Austrian Sustainability Reporting Award einreichen. Folgende Kategorien wurden festgelegt: Integrierter Geschäfts- und Nachhaltigkeitsbericht, Nachhaltigkeitsbericht großer Unternehmen bzw. KMU sowie Nachhaltigkeitsbericht öffentlicher und privater (nicht gewerblich/industrielle) Organisationen, z.B. Interessensvertretungen, Gemeinden, Bildungs- und Forschungseinrichtungen, Krankenhäuser.
Weiterführende Informationen:
Eireichunterlagen und -voraussetzungen
Wettbewerb fördert Nachhaltigkeit im Sport
Mit dem Wettbewerb für umweltbewusste und nachhaltige Sportveranstaltungen will das staatliche Netzwerk “Green Events” das Thema Nachhaltigkeit im Sport besser verankern. Einreichen können alle Veranstalter, positiv bewertet werden z.B. Abfallvermeidung und -trennung, Energiesparen, regionale & saisonale Speisen, etc. Auf der Wettbewerbs-Website werden auch Positiv-Beispiele dargestellt.
Weiterführende Informationen:
Wettbewerb, Teilnahmebedingungen, Kriterien und Tipps für nachhaltigere Sportveranstaltungen
Preis für Sustainable Entrepreneurs
Ein neuer Preis zeichnet Unternehmen aus, die bewusst einen Beitrag für Umwelt und Gesellschaft leisten. Einreichen können Groß-, Mittel- und Kleinunternehmen, deren wirtschaftlicher Fokus auf die Bewältigung oder Verbesserung eines sozialen oder ökologischen Problems im globalen, regionalen oder lokalen Umfeld ausgerichtet ist. Dahinter stehen das Wirtschaftsmagazin Succeed und ein Personenkommittee, in dem unter anderen Franz Fischler (ehem. EU-Kommissar und Präsident des Ökosozialen Forums) vertreten ist. Bewertungskriterien sind z.B. Vorbildwirkung und Innovationsgrad.
Weiterführende Informationen:
Folder zum Wettbewerb
Österreichischer Integrationspreis verliehen
Vier Kategorien-Preise und ein Sonderpreis wurden beim Österreichischen Integrationspreis 2011 verliehen. Das Projekt “Roma-Jugend” des Lions Club Murau, das „Hausbesuchsprogramm HIPPY für Eltern von Vorschulkindern in Wien, Niederösterreich und der Steiermark“ der beratungsgruppe.at, der „KunstSozial Raum Brunnenpassage“ der Caritas der Erzdiözese Wien sowie die “Gelebte Diversität” bei wohnpartner, dem Nachbarschaftsservice im Wiener Gemeindebau, konnten die Jury überzeugen.
Weiterführende Informationen:
Siegerprojekte und weitere Einreichungen
Studien
Studie zum verantwortungsvollen Management der Lieferkette
Die EU-Kommission gab eine Studie zur Supply Chain in Auftrag (”Responsible Supply Chain Management”). Überprüft wurde, wie Unternehmen aus drei Industriezweigen (Baumwolle, Rohrzucker und Mobiltelefone) ihre Verantwortung in der Lieferkette wahrnehmen. Fünf Aspekte wurden untersucht: Versammlungsfreiheit und Tarifverträge, angemessener Lebensstandard, faire Preisgestaltung , biologische Vielfalt und Kinderarbeit.
Die identifizierten Herausforderungen und daraus abgeleiteten Empfehlungen für Unternehmen und Staaten werden auf Basis des UN-Rahmenwerks “Protect-Respect-Remedy” (Leitprinzipien für Wirtschaft und Menschenrechte) dargestellt. Den Abschluss das Dokuments bilden Empfehlungen für die EU und deren Mitgliedsstaaten, z.B.die Transparenz in der Lieferkette zu erhöhen, entsprechende Multi-Stakeholder-Initiativen zu fördern und auch passende Kriterien in der öffentlichen Beschaffung zu berücksichtigen.
Weiterführende Informationen:
Studie zum verantwortungsvollen Management der Lieferkette
Nachhaltigkeits-Berichterstattung in der EU
Eine aktuelle Studie im Auftrag der EU untersucht die CSR-Reporting-Praxis im gemeinsamen Wirtschaftsraum. Gründe, warum Unternehmen Nachhaltigkeitsberichte legen werden gelistet, ebenso, warum sie nicht Bericht erstatten. Schwierigkeiten haben die Firmen mit den Inhalten ihrer Reports (z.B. Wesentlichkeit, Vergleichbarkeit, Ausgewogenheit). Als Orientierungsrahmen dienen immer mehr die Global Reporting Initiative (GRI) und die Communication on Progress-Vorgaben des UN Global Compact.
Auch die Leser-Perspektive wurde untersucht. Schlüsselkriterien aus Sicht der Rezipienten sind Transparenz, Vollständigkeit und Ausgewogenheit. Unternehmen sollten glaubhafte und relevante Informationen zur Verfügung stellen. Die Leser erwarten z.B. auch Informationen, wie Nachhaltigkeits- und Unternehmensstrategie verknüpft sind, und ein klares Bekenntnis zur Nachhaltigkeit.
Weiters wird die Rolle der Regierungen dargestellt. Für die Studie wurde erhoben, was die EU und die Mitgliedsstaaten bereits tun, und was sie tun könnten/sollten (z.B. eigene Nachhaltigkeitsberichte legen).
Trotzdem, so das Fazit, ist die Anzahl der Berichte gering im Vergleich zur Anzahl aller Klein-, Mittel- und Großunternehmen in der EU.
Weiterführende Informationen:
Studie zur Berichterstattung über Nachhaltigkeit
Studie zu Nachhaltigkeitsberichten in Österreich
Ernst & Young untersucht die Nachhaltigkeitsberichterstattung in Österreich. Im Vergleich mit anderen internationalen Studien zeigt sich, dass heimische Unternehmen Aufholbedarf haben. 80 Prozent der österreichischen Top-Unternehmen, -Kreditinstitute und -Versicherungen, 77 Prozent der börsennotierten Unternehmen und 59 Prozent der öffentlichen Unternehmen verfügen über keine Nachhaltigkeitsberichterstattung.
Nur drei der 22 Berichte (von insgesamt 110 Unternehmen) waren in den Geschäftsbericht integriert. Die meisten orientieren sich am GRI G3-Leitfaden, und eine externe Verifizierung ist vor allem unter börsennotierten Unternehmen üblich.
Weiterführende Informationen:
Studie Transparenz im Visier: Nachhaltigkeitsberichterstattung der österreichischen Top-Unternehmen
Upgedatete Zusammenstellung von CSR-Policies in der EU
Das überarbeitete Kompendium zu CSR-Policies in der EU bietet einen Einblick in die CSR-Aktivitäten der EU-Mitgliedsstaaten. Themenfelder wie Menschenrechte, Klimawandel etc. werden behandelt. Außerdem zeigt die Publikation Tools, die die Staaten nutzen, um CSR zu fördern – von der Gesetzgebung über wirtschaftliche und finanzielle Anreize, Förderung der öffentlichen Aufmerksamkeit, Multi-Stakeholder-Engagement bis zu Instrumenten, die mehrere dieser Möglichkeiten verknüpfen. Beispiele und ein Index der Initiativen pro Land sowie Links zu relevanten nationalen Websiten runden das Kompendium ab.
Weiterführende Informationen:
Kompendium der öffentlichen CSR-Policies in der EU 2011
Transparency International veröffentlicht weltweiten Korruptionsindex
Im jährlich erscheinenden Global Corruption Report von Transparency International steht 2011 der Klimawandel im Fokus. Der Bericht enthält praxisbezogene Richtlinien, die verhindern sollen, dass Korruption Maßnahmen zum Klimaschutz untergräbt. Die NGO fordert Regierungen, internationale Organisationen, Wirtschaft und Zivilgesellschaft auf, verantwortungsbewusste Klimapolitik zu betreiben. Die Länder, die vom Klimawandel am stärksten betroffen sind, und in die daher das meiste Geld fließt, rangieren allerdings ganz unten am Transparency-Korruptionsindex.
Anhand einzelner Themenbereiche (z.B. Emissionshandel, Abholzung) zeigt der Bericht, wie Vertrauen und Integrität in die Maßnahmen der Klimapolitik gesichert werden können.
Der österreichische Beitrag im Bericht untersucht Maßnahmen zur Bekämpfung des Klimawandels und hinterfragt deren Transparenz und Effektivität. Eingegangen wird auch auf die österreichische Klimastrategie 2008 – 2012 und die Kyoto-Ziele. Fazit: konkrete Ziele, Strategien und deren Überwachung fehlen, obwohl genug finanzielle Mittel vorhanden wären.
Weiterführende Informationen:
Global Corruption Report: Climate Change
Diversity & Inclusion ermöglicht Einsparungen
Eine deutsche Roland-Berger-Studie untersuchte die finanziellen Auswirkungen von gezielten Diversity- und Inclusion-Maßnahmen. Dabei geht es um die Einbeziehung von Frauen, älteren Arbeitnehmern und Migranten, aber auch um die spezifische Kompetenz und Arbeitsweise jedes einzelnen Mitarbeiters. Auf Basis einer Befragung von 40 Großunternehmen in Deutschland bezifferten die Berater die Personalbeschaffungs-, Aus- und Weiterbildungskosten für jeden neuen Mitarbeiter mit durchschnittlich EUR 52.000. Rund 40,4 Millionen deutsche Arbeitnehmer wechseln jährlich freiwillig ihren Posten. Sinkt die Fluktuationsquote, so sinken auch die Kosten für die Unternehmen.
Aber nicht nur im Bereich Fluktuation greifen Diversity & Inclusion-Maßnahmen. Sie steigern außerdem die Attraktivität als Arbeitgeber, ermöglichen den Zugang zu einer größeren Vielfalt an Talenten (Möglichkeit zur schnelleren Erschließung neuer Märkte, höhere Innovationskraft).
Werden alle Stationen im “Lebenyzyklus” eines Mitarbeiters gerechnet (Auswahl, Einstellung, Einarbeitung, Weiterbildung, Austritt) so schätzt Roland Berger, dass ein gezieltes Diversity & Inclusivity-Management die Kosten pro Mitarbeiter um rund EUR 10.000 senken kann. Insgesamt, so der Berater, könnte die deutsche Industrie EUR 20,8 Milliarden jährlich einsparen.
Gründe für mangelnde Vielfalt liegen z.B. in der schlechten Vereinbarkeit von Beruf und Familie oder im Self-Cloning, d.h. Vorgesetzte bevorzugen Mitarbeiter, die ihnen ähnlich sind. In der Studie wurde auch die Einstellung zu Minderheitenquoten hinterfragt. 70 Prozent sehen die Gefahr der positiven Diskriminierung, verknüpft mit einem Verlust des Leistungsprinzips (nicht immer wird der bessere befördert).
Weiterführende Informationen:
Roland-Berger-Studie: “Dream-Team statt Quote”
UN-Studie zeigt: Unternehmen sehen Klimawandel als Chance
UN Global Compact, das UN Environment Programme (UNEP), Oxfam und das World Resources Institute veröffentlichten die Ergebnisse einer Erhebung, die 2010 durchgeführt wurde. 83 Prozent der Befragten (Unterstützer der Caring for Climate Initiative) gaben an, dass der Klimawandel sowohl Risiko als auch Chance für ihr Portfolio sein kann.
Die Studie empfiehlt unter anderem, dass Unternehmen die Anpassung an den Klimawandel in ihre Kern-Strategien aufnehmen und klima-resistente Produkte und Dienstleistungen entwickeln. Von den Gesetzgeber fordern die Autoren ebenfalls einiges: stärkeres gesetzliches und finanzielles Engagement betreffend Adaption, Stimulation des Marktes durch finanzielle und risiko-minimierende Incentives sowie neue Formen der Zusammenarbeit zwischen Staat und Privatwirtschaft.
Weiterführende Informationen:
Studie: “Adapting for a Green Economy: Companies, Communities and Climate Change”
UN Global Compact-Studie: Menschenrechte und Anti-Korruption am herausforderndsten
1.200 Unternehmen beantworteten die UN Global Compact-Umfrage zur Umsetzung von CSR. Die Ergebnisse wurden im Jahresbericht des weltweiten Netzwerks dargestellt: So zeigte sich, dass große und börsennotierte Unternehmen auf einem höheren Level agieren als KMU – das lässt laut UNGC auf bessere finanzielle und personelle Ressourcen für Nachhaltigkeits-Programme schließen. Mehr als 70 Prozent der Befragten gaben an, dass ihre Top-Führungskräfte in die Entwicklung von CSR-Richtlinien und -Strategien involviert sind. Die meisten Unternehmen haben Vorgaben betreffend Anti-Diskriminierung und gleiche Chancen entwickelt, ungeachtet ihrer Größe oder Branche. Allerdings erheben weniger als 20 Prozent aller Befragten ihren Einfluss auf die Menschenrechte und weniger als 30 Prozent halten Korruptions-Vorfälle fest. 42 Prozent der Befragten gaben an, dass sie Produkte, Dienstleistungen oder Geschäftsmodelle entwickeln, die zu den UN-Schwerpunkten beitragen.
Weiterführende Informationen:
Global Compact Annual Review 2010 inklusive Studienergebnisse
Volunteering: positive Effekte auf Mitarbeiterbindung
Volunteering, d.h. die Freistellung von Mitarbeitern, damit sie gemeinnützigen Zwecken nachgehen können, hat einen positiven Effekt auf die Mitarbeiterbindung. Das zeigt eine Deloitte-Studie unter 1.500 Mitarbeitern von Unternehmen mit über 1.000 Angestellten und Volunteering-Programmen. Alle Befragten waren zwischen 21 und 35 Jahre alt (”Millennials”). Volunteers bewerteten die Unternehmenskultur doppelt so häufig positiv wie Mitarbeiter, die an diesen Programmen nicht teilnehmen (56 Prozent vs. 28 Prozent) Außerdem sind sie häufiger stolz auf ihr Unternehmen (55 Prozent vs. 36 Prozent) und loyaler (52 Prozent vs. 33 Prozent). Auch die Zufriedenheit mit ihrer Karriere (37 vs. 21 Prozent) und ihrem Arbeitgeber (51 vs. 32 Prozent) ist größer. 57 Prozent der Volunteers würden ihr Unternehmen einem Freund empfehlen im Gegensatz zu 46 der Nicht-Teilnehmer an diesen Programmen.
Der häufigste Grund, aus dem die Befragten nicht an Volunteering-Aktionen teilnahmen, war Zeitmangel (rund 70 Prozent), weit dahinter folgt Desinteresse (rund 15 Prozent) auf dem zweiten Platz.
Weiterführende Informationen:
2011 Deloitte Volunteer IMPACT Survey
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