In eigener Sache

-  Stakeholder-Dialog zum CSR-Aktionsplan startet
-  Herausforderungen des internationalen CSR-Managements

Standards & Richtlinien

-  G4-Richtlinien: Global Reporting Initiative präsentiert Zwischenergebnis
-  Neuer CSR-Leitfaden für die Tourismusbranche erschienen
-  GRI präsentiert Sektor Supplement für Eventorganisatoren
-  Nachhaltigkeitsberichterstattung für Schweizer Sportveranstaltungen ab 2013 Pflicht
-  Deutschland öffnete Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung
-  FSC-Regelwerk überarbeitet
-  EU entwickelt Toolkit zur Förderung von Gender Equality Kompetenzen

Rankings & Preise

-  Einreichfrist für den Neptun Wasserpreis gestartet
-  TRIGOS prämiert erstmalig Social Entrepreneurs
-  Finale des ersten Sozialunternehmerpreises von „enorm“
-  Europaweites Ranking zur CSR-Online-Kommunikation zeigt Aufholbedarf in Österreich
-  Österreichs Beste Arbeitgeber 2012 geehrt
-  CSR-Aktivitäten österreichischer Unternehmen im CSR-Jahrbuch 2012 portraitiert

Studien

-  UNEP-Bericht „Keeping Track of our Changing Environment: From Rio to Rio+20”
-  Globale Armut geht laut Weltbank zurück
-  Corporate Citizenship ist in den österreichischen Unternehmen angekommen
-  Status Quo der Nachhaltigkeitsberichterstattung
-  OECD-Umweltausblick bis 2050
-  UN präsentiert Weltwasserbericht
-  1. österreichisches Frauenbarometer präsentiert
-  Diversity Management steht auf der Agenda der ATX-Unternehmen
-  Europäische Verbraucherorganisationen testeten Markenschuhhersteller
-  Nachhaltige Banken stabiler als systemrelevante Institute

 


In eigener Sache


Stakeholder-Dialog zum CSR-Aktionsplan startet

Drei Bundesministerien (BMASK, BMLFUW, BMWFJ) erarbeiten derzeit den CSR-Aktionsplan für Österreich. Dazu organisiert eine Gruppe von CSR-Berater/-innen (darunter Hauska & Partner) einen offenen Stakeholder-Dialog mit mehreren Veranstaltungen und einer eigens eingerichteten Web-Plattform. Das von respACT – austrian business council for sustainable development unterstützte Projekt will den seitens der Ministerien geplanten Konsultationsprozess ergänzen, ausweiten und öffentlich machen. Die Ergebnisse dieses Dialogs werden den Verantwortlichen der Bundesregierung bzw. Ministerien ergeben. Zwei Termine stehen bereits fest:

Beim Kick-Off am 10. Mai 2012 (09:00 – 12:00 Uhr) werden der gesamte Prozess, die Website und Rollen für mögliche Kooperationspartner vorgestellt. Diese Veranstaltung findet im HUB, Lindengasse 56, Top 18-19, 1070 Wien statt. Anmeldung (begrenzte Teilnehmerzahl) unter e.oberrisser@respact.at.

Beim Stakeholder-Dialog am 4. Juni 2012 (09:00 – 17:00 Uhr) können Interessierte ihre Position zu den Inhalten des CSR-Aktionsplans einbringen, mitdiskutieren und so zur Meinungsbildung beitragen. Bei dieser Großgruppenveranstaltung kommen Stakeholdergruppen aus ganz Österreich zusammen, Details sind ab 10.05.2012 verfügbar.


Herausforderungen des internationalen CSR-Managements

Welche Herausforderungen bringt internationales CSR-Management mit sich? Hauska & Partner, Headquarters Austria und respACT – austrian business council for sustainable development führten dazu im Frühjahr 2012 eine Online-Umfrage durch und luden zum persönlichen Erfahrungsaustausch. Eines der wichtigsten Ergebnisse war, dass der Aufbau internationaler CSR-Teams und -Strukturen nur langsam vorangeht. Denn erst 18 Prozent der Befragten haben bereits gut etablierte länderübergreifende CSR-Teams bzw. Arbeitsabläufe. Die meisten Unternehmen (54 Prozent) befinden sich derzeit in einer Umorganisations- oder Planungsphase. Erschwerend wirkt für Unternehmenszentralen die Heterogenität von Märkten, Niederlassungen und Geschäftsfeldern. Daher folgen bei der Frage nach der größten Herausforderung (6-teilige Skala, 6 = besonders schwierig) gleich hinter der „Organisation der notwendigen internen Ressourcen“ (Schwierigkeitsgrad 3,87) die „Erarbeitung einer gemeinsamen, unternehmensweiten CSR-Strategie“ (3,83) und die „Schaffung eines gemeinsamen CSR-Verständnisses im gesamten Unternehmen/Konzern“ (3,67). Mangels gemeinsamer CSR-Strategie ist auch die Einbindung in das allgemeine Kennzahlenmanagement des Konzerns überwiegend noch nicht erfolgt. Hier, aber auch bei der Einbindung externer Stakeholder zeigt sich, dass Unternehmen mehr Orientierungshilfen und Instrumente brauchen.

Lösungen sehen die international agierenden Konzerne in erster Linie im voneinander Lernen: Peer-Groups, Erfahrungsaustausch, Best Practices sind gefragt. Um das Dilemma fehlender Strategien, Ziele und Kennzahlen zu lösen, bieten sich Interventionen wie Visions-Prozesse ebenso an wie eine Fokussierung auf ausgewählte, extern getriebene bzw. kostenwirksame Kennzahlen oder Issues (z.B. CO2-Ausstoß). Für die Weiterentwicklung des Stakeholder-Managements sind neue Instrumente für Auswahl, Analyse, Einbindung und Bewertung erforderlich.

Wenn Sie den Bericht zur Initiative erhalten wollen, senden Sie bitte eine E-mail an elisabeth.gail@hauska.com.

 


Standards & Richtlinien


G4-Richtlinien: Global Reporting Initiative präsentiert Zwischenergebnis

Die Global Reporting Initiative präsentierte erste Zwischenergebnisse der Entwicklung der neuen G4-Richlinien für die Nachhaltigkeitsberichterstattung. Ein Bericht über die Public Comment Period gibt Aufschluss darüber, welche Themen die Stakeholder verstärkt in Indikatoren gegossen sehen wollen (etwa Business Ethics oder Lebenszyklus-Assessment) und dass sie sich etwa auch Unterstützung bei der Verknüpfung von Nachhaltigkeitsberichterstattung und integriertem Reporting erwarten. Nun befassen sich mehrere Arbeitsgruppen mit den Sub-Themen „Disclosure on Management Approach“, „Governance and Remuneration“, „Boundary“, „Application Levels“ und „Supply Chain Disclosure”. Parallel dazu arbeitet eine Technial Editing Task Force an der Verbesserung der technischen Definitionen.

Weiterführende Informationen:
Bericht über die 1. Public Comment Period


Neuer CSR-Leitfaden für die Tourismusbranche erschienen

Im März 2012 veröffentlichte das Bundesministerium für Wirtschaft, Familie und Jugend einen neuen CSR-Leitfaden für die Tourismusbranche. Dieser gibt anhand von praktischen Beispielen einen Überblick zu Umsetzungsmöglichkeiten in touristischen Betrieben und präsentiert passende Zertifizierungsinitiativen. Ziel des Leitfadens ist, das Bewusstsein für CSR und Nachhaltigkeit im Tourismus zu stärken. Auch soll Unternehmen aus dem Tourismussektor Chancen durch CSR aufgezeigt werden. Angesprochen werden etwa das Finden von Anregungen für die eigene Weiterentwicklung, die Optimierung von Prozessen und Produkten, die Stärkung der Innovationsfähigkeit, die Unterstützung bei Entscheidungsprozessen, die höhere Motivation der Mitarbeiter/innen oder auch die Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit.

Weiterführende Informationen:
CSR-Leitfaden für die Tourismusbranche


GRI präsentiert Sektor Supplement für Eventorganisatoren

Im Olympiajahr 2012 präsentierte die Global Reporting Initiative das neue „Event Organizers Sector Supplement“ (EOSS). Enthalten sind neben breiteren Themen wie Treibhausgasemissionen oder Abfall auch branchenspezifische Indikatoren etwa zur Anreise von Teilnehmer/-innen oder zu Initiativen der Veranstalter, um Nachhaltigkeit und Transparenz zu fördern. Die Berichterstattung ist vor oder nach dem Event möglich. Denn das Sector Supplement umfasst den gesamten Lebenszyklus einer Veranstaltung, von der Angebotslegung über die Planung, Durchführung und Post-Event-Phase.

Parallel dazu existiert bereits ein deutscher Entwurf der ISO-Richtlinie für nachhaltiges Veranstaltungsmanagement (ISO 20121). Hier steht ebenfalls der gesamte Lebenszyklus im Fokus, von der Planung (z.B. Information und Einbeziehung interessierter Kreise) über die Ausführung (Ressourcen, Kompetenz, Kommunikation und Dokumentation, etc.) und das Überprüfen (Audits usw.) bis zum Handeln (ständige Verbesserung, Korrekturmaßnahmen,…). Der Anhang enthält Tipps, etwa zur Identifikation von Handlungsfeldern oder zu Leitlinien einer nachhaltigen Beschaffung und strategischen Planung.

Weiterführende Informationen:
Übersichtsseite zum Event Organizers Sector Supplement


Nachhaltigkeitsberichterstattung für Schweizer Sportveranstaltungen ab 2013 Pflicht

Bedeutende Sportveranstaltungen müssen in der Schweiz ab 2013 Nachhaltigkeitsberichte legen, sonst erhalten sie keine bundesstaatlichen Subventionen. In diesen Veröffentlichungen sollen die ökonomischen und umweltrelevanten Auswirkungen, Standortwahl, Transportwesen, Materialbeschaffung sowie die Ausbildung und Führung von Mitarbeiter/-innen und Freiwilligen offengelegt werden. Basis der Berichterstattung sind die Richtlinien der Global Reporting Initiative und deren branchenspezifische Vorgaben für Eventorganisatoren.

Weiterführende Informationen:
Information des Schweizer Bundesamts für Sport (BASPO) zur verpflichtenden Berichterstattung
Zentrale Empfehlungen für Schweizer Sportveranstaltungen


Deutschland öffnete Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung

Das deutsche Beschaffungsamt will nachhaltige Kriterien stärker in den öffentlichen Einkauf einbetten. Die dafür zuständige Kompetenzstelle im Beschaffungsamt des Bundesministeriums für Inneres wurde Anfang Februar 2012 offiziell eröffnet. Ihre Zielgruppe sind sowohl öffentliche Vergabestellen, als auch potenzielle Bieter/-innen aus der Wirtschaft und Nichtregierungsorganisationen. Sie wendet sich mit ihrem Beratungsangebot mittels Telefon, E-mail oder persönlich direkt an die Einkäufer in Bund, Ländern und Kommunen. Zusätzlich bietet die Kompetenzstelle Schulungen an, Leitfäden und Informationsbroschüren geben praktische Hilfestellung zur Umsetzung des nachhaltigen Einkaufs und ein Newsletter bietet regelmäßige Updates. Parallel dazu gibt es eine webbasierte Informationsplattform zur nachhaltigen Beschaffung. Vorhandene Angebote der Ressorts und Geschäftsbereichsbehörden sollen unter einem zentralen Eingangsportal verknüpft werden, um allen Akteur/-innen der öffentlichen Beschaffung eine Kommunikations- und Vernetzungsdrehscheibe zu bieten. So soll ein nationales Expert/-innennetzwerk entstehen. Ausdrücklich erwünscht ist der Austausch mit Wirtschaft und NGOs.

Weiterführende Informationen:
Informationen der Kompetenzstelle für nachhaltige Beschaffung


FSC-Regelwerk überarbeitet

Das internationale Forest Stewardship Council (FSC) überarbeitet erstmals seit der Gründung die Regeln für die Vergabe des FSC-Gütesiegels für Holzprodukte. In einem dreijährigen Diskussionsprozess mit Waldbesitzern, Forstbetrieben und Holzverarbeitern sowie Umweltschützern, Gewerkschaften und Vertretern indigener Völker wurde das neue globale Regelwerk entwickelt. Nach der Anerkennung durch die Mitglieder wird es in den kommenden Jahren in mehr als 80 Ländern implementiert. Noch im April sollen die überarbeiteten Prinzipien und Kriterien veröffentlicht werden, anschließend steht die Entwicklung der eigentlichen Standards auf dem Plan.

Vorgesehen sind die stärkere Einbindung lokaler Interessensgruppen bei der Bewirtschaftung von Forsten sowie bei der Identifikation besonders schützenswerter Wälder. Forstbesitzer/-innen können sich nun auch Klimaschutzleistungen wie die Speicherung von Kohlendioxid zertifizieren lassen. Künftig ist auch vorgeschrieben, dass die Waldbesitzer/-innen und Forstbetriebe ihre Beschäftigten tariflich entlohnen müssen, wenn sie das FSC-Zertifikat erhalten wollen. Derzeit werden rund 148 Millionen Hektar Wald weltweit nach dem FSC-Standard bewirtschaftet.

Weiterführende Informationen:
Nächste Schritte zur Überarbeitung des FSC-Gütesiegels


EU entwickelt Toolkit zur Förderung von Gender Equality Kompetenzen

Das Projekt Gender Equality Competences (GeCo) entwickelt einen Online-Toolkit mit Beispielen praktischer Gender Equality-Maßnahmen für Unternehmen und Organisationen wie z.B. Universitäten. Das Werkzeug führt bereits erfolgreich umgesetzte Aktivitäten zusammen. So sollen Entscheidungsträger unterstützt, motiviert und inspiriert werden. Umsetzungsbereiche, die das Toolkit umfassen soll, sind etwa das „Commitment des Top-Managements und Institutionalisierung der Gleichstellungspolitik” oder „Management und Beurteilungsinstrumente in der Organisationsentwicklung“.

Weiterführende Informationen:
Website zum Gender Equality-Toolkit

 


Rankings & Preise


Einreichfrist für den Neptun Wasserpreis gestartet

Initiiert vom Lebensministerium, Wirtschaftsministerium, der Österreichischen Vereinigung für das Gas- und Wasserfach (ÖVGW) und dem Österreichischen Wasser- und Abfallwirtschaftsverband (ÖWAV) in Kooperation mit den Bundesländern, wird der Neptun Wasserpreis 2013 zum achten Mal vergeben. Die Teilnahme von Privatpersonen und Organisationen bzw. Unternehmen mit Sitz in Österreich ist bis zum 15. Oktober 2012 durch unterschiedliche Beiträge (Fotos, Videos, Zeichnungen, etc.) unter dem Motto „WasserBEWEGT“ möglich. Den Gewinner/-innen in den einzelnen Bundesländern sowie auf Bundesebene winkt ein Preisgeld von je EUR 3.000. Zusätzlich können spezifische Wasserprojekte in vier Fachkategorien eingereicht werden, wie zum Beispiel Initiativen zu einer globalen, verantwortungsbewussten Wassernutzung oder künstlerische Auseinandersetzungen mit dem Thema Wasser. Anlässlich des Weltwassertages am 13. März 2013 werden die besten Einreichungen prämiert.

Weiterführende Informationen:
Website zum Neptun Wasserpreis


TRIGOS prämiert erstmalig Social Entrepreneurs

Zum neunten Mal wird in diesem Jahr der TRIGOS, die Auszeichnung für gesellschaftliche Verantwortung von Unternehmen, verliehen. Österreichische Firmen konnten ihre ganzheitlichen CSR-Aktivitäten bis 05. März 2012 einreichen und übertrafen mit insgesamt 189 Bewerbungen den Rekord von 2011. In diesem Jahr wird bei der Preisvergabe vermehrt auf das Gesamtengagement der Unternehmen statt auf Einzelprojekte geachtet. Eine Teilnahme ist in den Kategorien „Arbeitsplatz“, „Gesellschaft“, „Markt“ und „Ökologie“ möglich sowie erstmalig in der Kategorie „Social Entrepreneurship“. Hier werden jene Unternehmer/-innen zur Teilnahme aufgerufen, welche in ihrer Arbeit gesellschaftlicher Probleme zu lösen versuchen und ihren Erfolg an der erzielten gesellschaftlichen Veränderung messen. Neben dem österreichweiten TRIGOS werden auch in Niederösterreich, Tirol, Kärnten, der Steiermark und erstmalig in Oberösterreich regionale Preise verliehen.

Weiterführende Informationen:
TRIGOS-Website


Finale des ersten Sozialunternehmerpreises von „enorm“

Mit dem neu ins Leben gerufenen Sozialunternehmerpreis unterstützt das Wirtschaftsmagazin „enorm“ innovative Ideen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme. Aus den fünf Projekten, welche im Finale standen, wählten die Abonnent/-innen des Magazins drei Siegerprojekte. Diese werden in der nächsten Ausgabe des Magazins und auf dem Vision Summit im Mai präsentiert. Die Gewinner/-innen erhalten eine Förderung von insgesamt EUR 13.000, finanziert aus 15 Prozent der Abo-Umsätze, sowie Fortbildungen, gesponsert von der Triodos Bank.

Folgende Ideen schafften den Sprung ins Finale: Das Projekt Oma Gerda lädt Senior/-innen ein, Strickkollektionen zu produzieren oder Strickkurse zu geben. Knowable.org möchte Menschen in Entwicklungsländern praktisches Wissen durch eine Plattform mit Anleitungen zur Lösung von Alltagsproblemen zugänglich machen. Das Ziel der Initiative Photocircle ist, die Verbindung zwischen Fotograf, Motiv und Käufer mit einem Online-Marktplatz zu vereinfachen. Teile des Kaufpreises kommen einem Sozialprojekt in jenem Land zugute, in welchem das jeweilige Motiv fotografiert wurde. In Guatemala ermöglicht ein Ausbildungszentrum jungen Frauen aus Jocotenago eine kostenfreie Ausbildung als Näherin und Textildesignerin und die anschließende Mitarbeit in einem kooperierenden Betrieb. Das Projekt Myrepair schafft Hilfe zur Selbsthilfe indem Interessierte auf einer Wikipedia-ähnlichen Website Reparaturanleitungen für z. B. alte Elektrogeräte austauschen.

Weiterführende Informationen:
Informationen zum Wettbewerb


Europaweites Ranking zur CSR-Online-Kommunikation zeigt Aufholbedarf in Österreich

Im Zuge der CSR Online Awards 2011 untersuchten 300 CSR-Expert/-innen aus 37 Ländern die Online-CSR-Kommunikation von über 200 großen börsennotierten Unternehmen in Europa. Auch 20 österreichische Unternehmen aus dem ATX Prime wurden beurteilt. Die Wertung basiert auf 79 Kriterien in den Bereichen „Content“, „User Experience“ und „Ongoing Engagement“. Die OMV erzielt dabei mit 59 von 100 möglichen Punkten den höchsten Wert in Österreich, gefolgt von der EVN mit 53,5 und dem Verbund mit 47 Punkten. Im Durchschnitt erhalten die österreichischen Unternehmen 25,5 Punkte. Der deutsche Durchschnitt liegt mit 49,2 fast doppelt so hoch. Gründe für die niedrigen Werte der österreichischen Unternehmen könnten in fehlenden Klimaschutz-Strategien, dem nicht klar definierten Stellenwert von CSR innerhalb des Unternehmens, fehlenden Neuigkeiten zu aktuellen CSR-Programmen oder nicht vorhandenen interaktiven Elementen auf den Websites liegen. Zwar veröffentlicht mehr als die Hälfte der untersuchten Unternehmen ihre CSR-Reports zum Download, doch nur 20 Prozent bieten Verknüpfungen zu Sozialen Netzwerken an.

Weiterführende Informationen:
CSR Online Awards 2011


Österreichs Beste Arbeitgeber 2012 geehrt

Die Great Place to Work Organisation vergab zum zehnten Mal die Auszeichnung „Österreichs Beste Arbeitgeber“. Basierend auf einer anonymen Mitarbeiter/-innenbefragung und anhand der Kriterien Glaubwürdigkeit, Respekt, Fairness, Stolz und Teamgeist, wurde das Gütesiegel an 29 österreichische Unternehmen verliehen. Zusätzlich ergingen Sonderpreise in den Kategorien „Integration von Menschen mit Behinderung“ (an OMICRON Electronics GmbH), „Vereinbarkeit von Familie und Beruf“ (ebenfalls an OMICRON Electronics GmbH), „wertschätzende Anerkennung“ (Accenture GmbH), „ganzheitliche Gesundheitsförderung“ (Fritz Egger GmbH & Co. OG) und „Lehrlinge“ (Gebrüder Weiss GmbH). Die Sieger/-innen der nationalen Wettbewerbe sind automatisch für den europaweiten Bewerb „Europas Beste Arbeitgeber“ qualifiziert.

Weiterführende Informationen:
Website des Great Place to Work Instituts


CSR-Aktivitäten österreichischer Unternehmen im CSR-Jahrbuch 2012 portraitiert

Das aktuelle CSR-Jahrbuch stellt 178 Unternehmen und deren CSR-Projekte vor, ein Zuwachs von acht Firmen gegenüber dem Jahr 2011. Der Umgang mit dem Thema CSR fällt in der österreichischen Wirtschaft jedoch recht divers aus. Während viele Unternehmen ihre bestehenden CSR-Aktivitäten verstärken, weigern sich andere Firmen weiterhin gesellschaftliche Verantwortung zu übernehmen, so der Herausgeber des Jahrbuchs, Michael Fembeck. Jedes dritte österreichische Großunternehmen setzt mittlerweile CSR-Maßnahmen um.

Weiterführende Informationen:
APA OTS-Aussendung zum CSR-Jahrbuch

 


Studien


UNEP-Bericht „Keeping Track of our Changing Environment: From Rio to Rio+20”

Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen (UNEP) zieht im Bericht „Keeping Track of our Changing Environment: From Rio to Rio+20” Bilanz über die Veränderungen seit dem Welt-Umweltgipfel vor zwanzig Jahren. Er soll aufzeigen, wo die Welt heute in Bezug auf ökonomische, gesellschaftliche/soziale und ökologische Themen steht. Der Report enthält sehr übersichtlich aufbereitete statistische Daten und Indikatoren, Aufwärts- und Abwärtstrends z.B. zu Lebenserwartung, BIP, Ressourceneffizienz, CO2-Emissionen, Energieversorgung, biologischer Landwirtschaft, etc. Fazit der UNEP: Der Verbrauch natürlicher Ressourcen muss vom Wirtschaftswachstum entkoppelt werden und der Konsum muss den Prinzipien der Nachhaltigkeit folgen oder mit diesen in Einklang gebracht werden. Neue Paradigmen und Lösungen sind nötig, um auf dem Weg zu einer Green Economy Erfolge zu erzielen. Wichtig wäre auch eine optimierte und erweiterte Datensammlung, damit Entscheidungen auf einer fundierten Basis getroffen werden können.

In Österreich wird der CSR-Tag 18. September 2012 im Zeichen des Weltgipfels Rio+20 stehen. Auch das österreichische UN Global Compact-Netzwerk legt den Schwerpunkt im Jahr 2012 auf „Rio+20“ und plant dazu eine Arbeitsgruppe sowie weitere Aktivitäten.

Weiterführende Informationen:
UNEP-Bericht „Keeping Track of our Changing Environment: From Rio to Rio+20”


Globale Armut geht laut Weltbank zurück

Von der Weltbank veröffentlichte Schätzungen für das Jahr 2008 zeigen, dass die Armut weltweit erstmals zurückgeht. Das Institut vergleicht dafür Studien und Haushaltsumfragen aus 130 Ländern weltweit. Gemessen am Preisniveau/Basisjahr 2005 fiel die Anzahl der Personen, die mit weniger als USD 1,25 pro Tag auskommen müssen, sowohl absolut als auch prozentuell. 2005 lebten mehr als 1.385 Millionen Menschen unter dieser Armutsgrenze, 2008 waren es1.274 Millionen. Das entspricht rund 22 Prozent der Weltbevölkerung – 1990 mussten noch 43 Prozent mit weniger als USD 1,25 täglich auskommen, 1981 waren es 51 Prozent.

Die größten Erfolge wurden in den Sub-Sahara-Ländern erzielt. Hier sank die Armut um rund 5 Prozent, d.h. zum ersten Mal stehen mehr als der Hälfte ihrer Einwohner/-innen über 1,25 USD pro Tag zur Verfügung. Nach Schätzungen basierend auf weiteren Daten geht die Weltbank davon aus, dass sich dieser Trend auch 2009 und 2010 fortsetzt. Damit soll das erste Millennium-Entwicklungsziel – die Halbierung extremer Armut basierend auf den 1990er-Zahlen bis 2015 – voraussichtlich vorzeitig erreicht werden.

Weiterführende Informationen:
Überblick der Weltbank-Ergebnisse zur globalen Armut


Corporate Citizenship ist in den österreichischen Unternehmen angekommen

Für ein Forschungsprojekt der Julius Raab Stiftung wurden 400 Entscheidungsträger/-innen der österreichischen Wirtschaft zu Corporate Citizenship, Motiven, Zielen, Umsetzungsstrategien sowie Themen und Formen des unternehmerischen Engagements befragt. Die Ergebnisse zeigen, dass fünf von sechs Unternehmen der Meinung sind, dass Corporate Citizenship zu den Prioritäten einer Firma zählen sollte. In knapp drei Viertel der Organisationen sind die Eigentümer/-innen bzw. Geschäftsführer/-innen für Corporate Citizenship verantwortlich. Ziel der Aktivitäten ist, die eigene Wettbewerbssituation zu verbessern. 74 Prozent erwarten sich ein steigendes Image, 64 Prozent einen nachweisbaren Beitrag zum wirtschaftlichen Erfolg. Letzteres entspricht einer Steigerung um 25 Prozent gegenüber 2009. Auch die Mitarbeiter/-innenbindung erleichtert Corporate Citizenship in den Augen von 61,9 Prozent der Befragten. Drei Viertel investieren etwa in die Ausbildung, zwei Drittel in die Gesundheitsvorsorge. Deutlich an Bedeutung gewonnen hat Corporate Volunteering. Die Unterstützung des ehrenamtlichen Engagements von Mitarbeitenden verzeichnete plus 40 Prozent im Vergleich zu 2009, die aktive Bereitstellung von Mitarbeitenden für gesellschaftliches Engagement stieg um 16,4 Prozent im Vergleich zur Erhebung 2009. Vor allem das lokale Umfeld steht im Fokus (62,9 Prozent), wofür 83 Prozent Partnerschaften mit lokalen Vereinen und Initiativen eingehen.

Mehr als 70 Prozent der befragten Betriebe und 82,6 Prozent der Kleinunternehmen wollen, dass der Staat die gesellschaftspolitische Bedeutung und Problemlösungskompetenz von Unternehmen in höherem Maße anerkennt und öffentliches Bewusstsein dafür schafft. So wünschen sich rund zwei Drittel der Unternehmen Auszeichnungen, Steuervorteile oder Bevorzugung bei der Vergabe öffentlicher Aufträge. Dem kommt der Beschluss der österreichischen Bundesregierung im August 2011 entgegen, einen lokalen CSR-Aktionsplan zu erarbeiten.

Weiterführende Informationen:
Presseaussendung zur Studie der Julius Raab Stiftung


Status Quo der Nachhaltigkeitsberichterstattung

Die Studie „KPMG International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2011” analysiert mehr als 3.400 Nachhaltigkeitsberichte von Unternehmen weltweit. 95 Prozent der 250 größten Betriebe legen bereits ihr gesellschaftliches Engagement offen (um 14 Prozent mehr als 2008), zwei Drittel davon kommen aus den USA. Diese Betriebe legen den Fokus eher auf die Kommunikation als auf die eigentlichen CSR-Prozesse. Das größte Wachstum verzeichnete Europa, hier berichten 71 Prozent aller Betriebe. Amerika, der Mittlere Osten und Afrika holen auf, Schlusslicht ist der asiatisch-pazifische Raum. Hier berichtet rund die Hälfte aller Unternehmen. Aufgesplittet nach Ländern verfassen die meisten Unternehmen in Japan und dem Vereinigten Königreich einen Nachhaltigkeitsbericht, gefolgt von Südafrika, den USA und Kanada. Mexiko (von 17 auf 66 Prozent) und Brasilien (erstmals 88 Prozent) erzielten die größten Wachstumsraten, auch China holt auf. Hier berichteten 2011 bereits rund 60 Prozent aller Unternehmen.

Ernst & Young legte den Fokus auf Österreich. Für die Studie „Werte schaffen. Verantwortung zeigen. Nachhaltigkeitsberichterstattung österreichischer Top-Unternehmen“ wurden die Top 100 heimischen Unternehmen, Banken und Versicherungen, Unternehmen des Prime Markts und öffentliche Betriebe untersucht. 2011 berichteten 23 Prozent der Top-Unternehmen, -Banken und -Versicherungen über nicht-finanzielle Leistungen (plus 15 Prozent im Vergleich zum Vorjahr), 28 der Prime Market Firmen (plus 22 Prozent) und 44 Prozent der öffentlichen Unternehmen (plus 7 Prozent). Die am häufigsten angewandten Richtlinien sind jene der Global Reporting Initiative (80 Prozent bei den Top-Firmen, 100 Prozent im Prime Market). Integrierte Berichte wurden nur von den Top-Unternehmen veröffentlicht, ihre Zahl stieg von drei auf sechs. Eine externe Verifizierung lassen bereits 45 Prozent der Prime Market Unternehmen, 38 Prozent der öffentlichen Betriebe und 28 Prozent der Top-Unternehmen, -Banken und -Versicherungen vornehmen. International lassen 46 Prozent der 250 global größten Firmen und 38 Prozent der national 100 größten Unternehmen ihre Berichte extern verifizieren.

Weiterführende Informationen:
KPMG International Survey of Corporate Responsibility Reporting 2011
Ernst & Young-Studie: Werte schaffen. Verantwortung zeigen. Nachhaltigkeitsberichterstattung österreichischer Top-Unternehmen


OECD-Umweltausblick bis 2050

Der OECD-Umweltausblick bis 2050, den die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung im März 2012 vorstellte, zeichnet ein düsteres Bild. Ohne umfassende politische Maßnahmen drohen unumkehrbare globale Umweltschäden, die die jüngst erzielten Ergebnisse bei der Anhebung unseres Lebensstandards vernichten könnten. Projektionen zu den sozio-ökonomischen Trends der kommenden vier Jahrzehnte und deren Auswirkungen auf Klimawandel, Artenvielfalt, Wasser, Gesundheit und Umwelt zeigen die „Folgen des Nichthandelns“ – so lautet auch der Untertitel des Berichts. Die Weltwirtschaft wird sich laut Prognosen bis 2050 fast vervierfachen, die Bevölkerung um weitere zwei Milliarden Menschen anwachsen. Damit steigt auch die Nachfrage nach Nahrung, Wasser und Energie, die Artenvielfalt sinkt um zehn Prozent, die Luftverschmutzung steigt massiv.

Daher fordert die OECD ambitionierte und zügig auf internationalem Level umgesetzte Maßnahmen, die verhindern sollen, dass Industrie-, Schwellen- und Entwicklungsländer erheblichen ökonomischen und gesellschaftlichen Schaden nehmen. So soll Umweltverschmutzung durch Steuern oder weltweiten Emissionshandel teurer werden, Wasser soll mit einem Preis versehen und wirtschaftliche Instrumente mit Vorschriften und Normen kombiniert werden (z.B. Luftqualität bei der Raumplanung). Umweltschädliche Subventionen für fossile Brennstoffe, Landwirtschaft und Fischerei wären abzuschaffen. Stattdessen wären CO2-arme Technologien zu fördern, die Wasserproduktivität in Landwirtschaft und Industrie zu maximieren. Grüne Technologien wären auch in Entwicklungsländern bereitzustellen, da hier in den kommenden Jahren das prozentual größte Wachstum erwartet wird.

Ein Instrument, das dabei helfen könnte, ist das „Sustainable Manufacturing Toolkit“. Es soll eine Reihe an international anwendbaren, gebräuchlichen und vergleichbaren Indikatoren bieten, mit denen die Umweltauswirkungen von Produktionsstätten gemessen werden können. Das Toolkit ist für alle Unternehmensgrößen, Branchen und Länder geeignet und unterstützt Unternehmen weltweit bei der Steigerung der Effizienz ihrer Produktionsprozesse und Produkte. Zwei Versionen werden angeboten: ein Booklet und eine Website mit ausführlicheren Informationen.

Weiterführende Informationen:
OECD-Umweltausblick bis 2050
Sustainable Manufacturing Toolkit


UN präsentiert Weltwasserbericht

Die vierte Ausgabe des UN-Weltwasserberichts warnt, dass der weltweite Bevölkerungsanstieg und der damit einhergehende Nahrungs- und Energiebedarf ebenso wie der Klimawandel die weltweiten Trinkwasserressourcen bedrohen. Daher ist die Versorgung mit Trinkwasser in Gefahr. Derzeit sterben jedes Jahr 3,5 Millionen Menschen wegen schlechter Wasserversorgung, 2010 waren 800 Millionen ohne Zugang zu sauberem Trinkwasser, immerhin haben jedoch 89 Prozent der Weltbevölkerung Zugang zum kühlen Nass, das nicht gesundheitsschädlich ist. Vor allem dank des Aufschwungs in Ost- und Südostasien können damit neun von zehn Menschen weltweit sauberes Wasser trinken. Dadurch wurde eines der Millenniumsziele erreicht.

Aktuell haben mehr als 40 Prozent der Bevölkerung im südlichen Afrika kein Trinkwasser. 97 Prozent der Einwohner der ärmsten Länder der Welt leben ohne Kanalisation, 14 Prozent trinken das Wasser aus Flüssen und Seen, die auch von Tieren genutzt werden. 64 Prozent müssen ihr „Geschäft“ unter freiem Himmel verrichten.

Weiterführende Informationen:
UN Weltwasserbericht 2012


1. österreichisches Frauenbarometer präsentiert

Im März 2012 wurde das erste österreichische Frauenbarometer präsentiert, das in Zukunft quartalsweise durchgeführt werden soll. Die repräsentative Online-Umfrage zeigte, dass 88 Prozent der Männer und 76 Prozent der Frauen der Auffassung sind, dass die Geschlechter voll und ganz gleichberechtigt sind. Beim Thema Gehalt gaben allerdings 67 Prozent der Männer und 85 Prozent der Frauen an, dass hier eher wenig bzw. keine Gleichberechtigung herrscht. Die befragten Männer reihten dieses Anliegen unter 11 möglichen Antworten auf den 1. oder 2. Rang bei der Frage, welche frauenpolitischen Anliegen den Österreicher/-innen am wichtigsten sind. Dahinter folgen „Verhinderung von Gewalt gegen Frauen und sexuelle Belästigung“, „Ausbau der Kinderbetreuung“ (bei Männern) und „Mehr Aufstiegschancen für Frauen im Beruf“ (bei Frauen). Teilzeitbeschäftigte Frauen zeigten sich mit ihrem Berufsleben am unzufriedensten, vor allem mit den Aufstiegschancen. Der häufigste Grund für die verkürzte Arbeitszeit liegt in der Kinderbetreuung.

Wie der Equal Pay Day am 05.04.2012 zeigte, wirkt sich die Teilzeitarbeit stark auf das Lohnniveau aus. Hierzulande müssen Frauen bis zu diesem Datum arbeiten, um auf den selben Lohn zu kommen, den Männer bis zum 31.12.2011 verdienten. Österreich ist damit EU-weites Schlusslicht beim Gender Pay Gap der Brutto-Stundenlöhne. Denn Frauen verdienen in Europa durchschnittlich um 16,4 Prozent weniger, hierzulande um 25,5, Prozent. bereinigt nach Teilzeit/Vollzeit, Unternehmensgröße, Berufserfahrung, Karenzzeiten, etc. bleiben laut Wirtschaftsforschungsinstitut (WIFO) 13,5 Prozent Differenz beim durchschnittlichen Stundenlohn.

Weiterführende Informationen:
Hauptergebnisse des 1. Frauenbarometers 2012
Equal Pay Day 2012


Diversity Management steht auf der Agenda der ATX-Unternehmen

Diversity Search, Business Unit der Secretary Search Personalberatung und factor-D Diversity Consulting in Kooperation mit Astrid Segert, IHS, untersuchten zukünftige Managementstrategien im Spannungsfeld zwischen Ethik und Betriebswirtschaft. Im Fokus standen der Status quo und das Verständnis von Diversity Management speziell in den 20 ATX-Unternehmen. 87 Prozent der Firmen setzen bereits Maßnahmen zur Förderung personeller Vielfalt, etwa in den Bereichen Recruiting, Weiterbildung, Talentmanagement oder Work-Life-Balance. Schwerpunkte werden auf Geschlecht, ethnische Herkunft und Alter gelegt, religiöse oder sexuelle Orientierung finden hingegen noch kaum Beachtung.

Die Studie zeigt auch, dass der Institutionalisierungsgrad von Diversity Management im Vergleich zum CSR Management deutlich geringer ist. Denn mehr als drei Viertel der ATX-Unternehmen verfassten bereits ein CSR-Konzept, aber nur 38 Prozent auch eines für den Umgang mit Vielfalt. Nur jedes vierte Unternehmen benannte für das Thema eigene Manager/-innen oder Teams. Eigene CSR-Manager/-innen oder -Teams existieren bereits in 69 Prozent der ATX-Firmen. 25 Prozent ordnen das Thema Diversity eher der sozialen Verantwortung zu, 31 Prozent eher dem ökonomischen Nutzen. Allerdings verfolgen nur 6 Prozent damit ausschließlich betriebswirtschaftliche Ziele. Alle Unternehmen erwarten sich dadurch eine Imageverbesserung, 94 Prozent hoffen auf einen besseren Zugang zu potenziellen Mitgliedern und 81 Prozent erwarten sich steigendes Innovationspotenzial. Die Studienautor/-innen erwarten eine steigende Bedeutung des CSR-Managements. Dafür spricht etwa, dass derzeit 19 Prozent der ATX-Unternehmen ein Diversity Management Konzept entwickeln.

Weiterführende Informationen:
Studie „Zukunftsfähige Managementstrategien – Diversity Management & CSR im Spannungsfeld zwischen Ethik und Betriebswirtschaft“


Europäische Verbraucherorganisationen testeten Markenschuhhersteller

Europäische Verbraucherorganisationen – unter anderem der VKI – unterzogen 16 Markenschuhhersteller wie Geox, Birkenstock oder Scholl einem Ethik-Test. Keiner der 16 Konzerne konnte nachweisen, dass die Produkte frei von Tierquälerei und Sklaverei sind. Sie konnten auch keine Auskünfte über die Herkunft des Leders für ihre Schuhe machen. Nur wenige Hersteller/-innen (Timberland, Ecco und Clarks) trafen Vorkehrungen, um faire Verhältnisse in ihrem Einflussbereich zu schaffen. Im Fokus stand meist die Schuherzeugung, lediglich zwei Unternehmen überprüften zumindest Umweltstandards in den Gerbereien. Hier wird etwa die umweltschädliche Chromgerbung zu 80 bis 85 Prozent noch immer angewandt.

Rund die Hälfte der Firmen füllte den Fragebogen der Verbraucherorganisationen nicht aus, darunter auch Timberland. Allerdings wurde das Unternehmen auf Basis der Berichterstattung (Homepage und Nachhaltigkeitsbericht) positiv bewertet.


Nachhaltige Banken stabiler als systemrelevante Institute

Die Global Alliance for Banking on Values (GABV) und die Rockefeller Foundation präsentierten eine Studie, die die Performance von 17 nachhaltigen Banken mit den 29 weltgrößten und einflussreichsten Banken zwischen 2007 und 2010 vergleicht. Letztere wurden vom Finanzstabilitätsrat (Financial Stability Board; FSB) als systemrelevant bezeichnet (Globally Systemically Important Financial Institutions; GSIFI). Sie zeigt, dass die nachhaltigen Finanzinstitute durchschnittlich Kredite in Höhe von 70 Prozent ihrer Bilanzsumme vergeben hatten, während der entsprechende Wert der systemrelevanten Banken wie Bank of America, Barclays, Citicorp, Commerzbank oder Deutsche Bank bei rund 38 Prozent lag. Die nachhaltigen Banken finanzieren sich vorwiegend durch Kundeneinlagen. Das macht sie unabhängiger vom Interbanken-Markt und verhilft ihnen zu einer höheren Stabilität. Der Anteil der Kundeneinlagen belief sich in ihren Bilanzsummen auf durchschnittlich 69 Prozent im Vergleich zu 40 Prozent der GSIFI-Institute.

Laut Studie sind die nachhaltigen Banken auch finanzstärker als die größten, denn sie verfügen über mehr und hochwertigeres Eigenkapital. Die BIS Tier 1 Ratio, ein wichtiger Maßstab für die Solvenz von Banken, war durchschnittlich über 14 Prozent verglichen mit unter 10 Prozent bei den systemrelevanten Finanzfirmen. Zusätzlich wiesen die nachhaltigen Organisationen ein durchschnittliches Verhältnis von Eigenkapital zu Aktiva von über 9 Prozent auf, während der entsprechende Wert bei den systemrelevanten Banken knapp über 5 Prozent lag.

Beim Wachstum des Kredit- und Einlagenvolumens zeigen sich ebenfalls deutliche Unterschiede. Das Kreditvolumen wuchs im Studienzeitraum durchschnittlich um 80 Prozent im Vergleich zu 20 Prozent bei den systemrelevanten Banken. Die Vergleichswerte bei den Einlagen lagen bei 88 Prozent bei den nachhaltigen Finanzunternehmen bzw. 27 Prozent bei den weltgrößten Banken.

Weiterführende Informationen:
GABV-/Rockefeller-Studie zu nachhaltigen Banken

 


Für den Inhalt verantwortlich:
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